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02/02/2017 14:39 CET | Aktualisiert 02/02/2017 19:21 CET

Hunderte Kinder sterben jedes Jahr an einer Frucht, die es in jedem Supermarkt gibt

  • Forscher haben den Grund hinter einem mysteriösen Massensterben von Kindern in Indien herausgefunden

  • Schuld soll der Konsum von Litschis auf leeren Magen sein

  • Durch die Erkenntnisse der Forscher können wohl Hunderte Leben gerettet werden

  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr auch im Video oben

Bisher sterben jedes Jahr in Indien Hunderte Kinder an mysteriösen Symptomen. Nun wollen Forscher endlich den Grund herausgefunden haben: Schuld sein soll eine Frucht, die es auch in jedem deutschen Supermarkt gibt - die Litschi.

Die verstorbenen Kinder hatten eines gemeinsam: Sie hatten Litschis auf leeren Magen gegessen, berichtet die US-Zeitung "The New York Times".

Die Forscher fanden nun heraus: Die in Litschis enthaltenen Giftstoffe hinderten die Körper der Kinder daran, Glukose zu produzieren. Das Problem: Der Blutzuckerspiegel der Kinder, die oftmals sowieso schon an Unterernährung litten, sank durch diese Giftstoffe dramatisch.

Die Kinder litten unter Krämpfen und Bewusstlosigkeit

"Mehrere Mütter der betroffenen Kinder sagten uns, dass die Kinder kein richtiges Abendessen gegessen hatten", sagte die Forscherin Padmini Srikantiah der "NYT".

Die dramatischen Folgen beschreiben die Forscher auch im Fach-Journal für Medizin "The Lancet". Die Kinder litten unter Krämpfen und Bewusstlosigkeit, heißt es dort. Im Extremfall schwoll das Gehirn der Kinder an - fast die Hälfte der betroffenen Kinder kostete der Litschi-Konsum gar das Leben.

Die Forscher raten nun dringend dazu, den Konsum von Litschis bei Kleinkindern zu kontrollieren - und darauf zu achten, dass die Kinder die Früchte nicht auf leeren Magen essen.

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Zahl der Todesopfer durch Litschis sinkt

Laut des Berichts der "New York Times" ist die Zahl der Todesopfer zuletzt drastisch zurückgegangen. Während in den vergangenen 20 Jahren jährlich Hunderte Kinder an den Folgen des Litschi-Konsums starben, leiden derzeit wohl lediglich noch 50 Menschen pro Jahr an der Krankheit. Die erfreuliche Entwicklung ist Kampagnen zurückzuführen, die vor dem Litschi-Konsum auf leeren Magen warnen.

Durch weitere Kampagnen sollen Eltern in Entwicklungsländern über die Gefahren des Konsums der Frucht aufgeklärt werden, um die Zahl der Todesopfer weiter zu reduzieren, berichtet die Nachrichtenseite.

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(ben)

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