Trump-Beraterin erfindet Massaker, um Einreiseverbot für Muslime zu rechtfertigen

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  • Trump-Beraterin Kellyanne Conway hat sich ein Massaker ausgedacht, um Donald Trumps Einreiseverbot zu rechtfertigen
  • Angeblich hatten irakische Flüchtlinge 2011 Morde begangen; Obama habe mit einem Einreiseverbot reagiert
  • Aber weder Massaker noch Einreiseverbot hat es je gegeben
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr auch im Video oben

Kellyanne Conway, eine der Top-Beraterinnen von Donald Trump, hat auf ein Massaker hingewiesen, um Trumps Einreiseverbot zu rechtfertigen.

Im Abendprogramm des Nachrichtensenders "MSNBC" sagte sie am Donnerstagabend:

"Ich wette, für die Menschen ist es brandneu, dass Präsident Obama einen sechsmonatigen Einreisestopp für irakische Flüchtlinge verfügte, nachdem zwei Iraker in dieses Land kamen, sich radikalisierten und zu den Drahtziehern hinter dem Massaker in Bowling Green wurden. Die meisten Leute wissen nichts davon, weil nie darüber berichtet wurde."

Aus gutem Grund: Das Massaker hat es nie gegeben.

"Alternative Fakten" aus Bowling Green

Conway ist bekannt für ihre eher lockere Beziehung zur Wahrheit.

Als Trumps Pressesprecher Sean Spicer über die Zahl der Zuschauer bei dessen Amtsvereidigung log, nannte Conway Spicers falsche Aussagen einfach "alternative Fakten".

Die alternativlosen Fakten im Fall des angeblichen Massakers: Tatsächlich gab es im Ort Bowling Green im Jahr 2011 einen Fall, in den zwei irakische Geflüchtete verwickelt waren. Shareef Hammadi un Waad Ramadan Alwan schickten Geld und Waffen an die Terror-Organisation al Qaida im Irak - so dachten sie.

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In Wirklichkeit waren sie in eine Falle des FBI getappt. Sie wurden verhaftet, im Jahr 2013 für Terrorismus verurteilt und sitzen seitdem im Gefängnis. Ein Massaker hat es Bowling Green aber nie gegeben. Hammadi und Alwan wurde auch nie vorgeworfen, eines geplant zu haben.

Ein "Verbot" der Einreise für irakische Flüchtlinge gab es nicht

Auch ein "Verbot" der Einreise von Flüchtlingen aus dem Irak hat es so nicht gegeben. Das berichtet der "Business Insider".

Die Obama-Administration habe damals die Aufnahme von Flüchtlingen verzögert, indem deren Überprüfung ausgeweitet wurde. Auch geflüchtete Iraker, die schon in den USA lebten, wurden erneut überprüft. Aber: Es kamen weiter Flüchtlinge aus dem Irak ins Land.

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(ben)