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03/02/2017 06:46 CET | Aktualisiert 03/02/2017 18:02 CET

Wegen 12-Millionen-Abfindung bei VW: CDU-Politiker Spahn teilt gegen Martin Schulz aus

Volker Hartmann via Getty Images
Der CDU-Politiker Jens Spahn

  • VW zahlt trotz der Krise seinen Managern Spitzenboni und Abfindungen

  • Die CDU wirft der SPD deshalb Heuchelei vor

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Widersprüche bei dessen Kritik an zu hohen Manager-Vergütungen vorgehalten. "Gegen Boni wettern, aber üppigen Zahlungen für Parteifreunde zustimmen - das passt nicht zusammen", sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Er bezog sich auf die Zahlung des VW-Konzerns von mehr als zwölf Millionen Euro an die aus dem Firmenvorstand scheidende Juristin Christine Hohmann-Dennhardt. Die Juristin ist auch SPD-Mitglied. Niedersachsens SPD-geführte Regierung ist im genehmigenden Aufsichtsrat vertreten, unter anderen durch Ministerpräsident Stephan Weil.

Bundestagsfraktionsvize Michael Fuchs kritisierte ebenfalls das Verhalten des neuen SPD-Kanzlerkandidaten.

„Martin Schulz beschwert sich, dass Manager zu hohe Gehälter bekommen. Er fordert als selbsterklärter Volkstribun Gerechtigkeit für den einfachen Arbeitnehmer ein. Dabei waren es doch seine Parteigenossen, die für die Millionenabfindung bei Volkswagen mitverantwortlich sind und die Verträge gebilligt haben", sagte Fuchs der Huffington Post. "Das muss Herr Schulz erstmal den Beschäftigten erklären“, mahnte er.

SPD-Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Lies hätten bei Ihrer Aufgabe versagt, als Aufsichtsräte von VW die Hintergründe aufzuklären. „Auch mehr als 12 Millionen Euro Abfindung für ein Jahr Arbeit einer ehemaligen SPD-Ministerin ist natürlich ein starkes Stück. Es ist nicht akzeptabel dass solche Geschichten Unternehmen und Unternehmern bei uns im Land in ein schlechtes Licht rücken", kritisierte Fuchs.

Spahn: "Grenze zur Hybris fließend"

Schulz hatte gerade erst hohe Bezüge von Managern heftig gescholten. "Wenn ein Konzernchef in Deutschland einen ganzen Konzern durch seine Fehlentscheidungen zum Wanken bringt, kriegt er anschließend auch noch Boni dafür", klagte Schulz in der ARD-Talkshow "Anne Will". "Und wenn eine Verkäuferin durch einen kleinen Fehler auffällt, wird sie rausgeschmissen."

Sozialdemokraten und Gewerkschaften hätten in den Aufsichtsgremien von VW die Mehrheit, sagte Spahn. "Was sollen die Deutschen davon halten, wenn Schulz zeitgleich üppige Bonus-Zahlungen für Manager beklagt." Nach Ansicht Spahns ist "bei vielen Auftritten von Herrn Schulz die Grenze zur Hybris fließend".

Die Union ist alarmiert, weil Schulz' Kanzlerkandidatur der SPD immer stärkeren Aufwind beschert. Sie legte danach in mehreren Umfragen zu, zuletzt in der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends um acht Punkte auf 28 Prozent - den besten Wert der Wahlperiode in dieser Umfrage.

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