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02/02/2017 07:49 CET | Aktualisiert 02/02/2017 13:15 CET

Trump legt bei seinem Telefonat mit Australiens Premierminister nach verdächtig kurzer Zeit auf

  • Bereits am Samstag hat Donald Trump mit Australiens Premierminister telefoniert

  • Jetzt kommt heraus: Das Gespräch der beiden soll anders als geplant geendet haben

Eigentlich sollte das Telefonat zwischen Donald Trump und dem australischen Staatschef Malcolm Turnbull eine ganze Stunde dauern.

Doch bereits nach 25 Minuten soll Trump das Gespräch beendet haben, berichtet die "Washington Post" (auch im Video oben).

Trump habe zuvor mit vier anderen Staatschefs, darunter Wladimir Putin und Angela Merkel, telefoniert.

"Das ist der schlimmste Anruf von allen", soll Trump hingegen nach dem Gespräch mit Turnbull gesagt haben. Auch in einem Telefonat mit Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto soll es hoch hergegangen sein.

In beiden Gesprächen soll Trump auch auf seinen Wahlsieg und auf die aus seiner Sicht große Menschenmenge während seiner Vereidigung hingewiesen haben.

Es geht um ein Flüchtlingsabkommen

Trumps Ärger in dem Gespräch mit Australiens Premierminister entflammte beim Thema Flüchtlinge. Unter Barack Obama hatte sich die USA verpflichtet, Geflüchtete aus einem Lager in Papua Neuguinea aufzunehmen, das von Australien unterhalten wird. 2500 Menschen leben dort unter unwürdigen Bedingungen.

Die Hälfte davon wollte die USA aufnehmen.

Allerdings sind unter den Flüchtlingen auch Menschen aus Ländern wie dem Iran oder dem Irak, die unter den Einreisestopp Trumps fallen. "Das ist der schlechteste Deal aller Zeiten", soll Trump deshalb Turnbull angeschnauzt haben, so die "Washington Post".

Im Nachgang ließ er seiner Wut auch auf Twitter freien Lauf: "Könnt ihr das glauben? Die Obama-Administration hat zugestimmt, tausende illegaler Migranten aus Australien aufzunehmen. Warum? Ich werde diesen dummen Deal untersuchen!"

In einem Interview mit dem australischen Nachrichtensender "2GB" beschwerte sich der australische Staatschef am Donnerstag darüber, dass Details des vertraulichen Telefonats an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Turnbull kritisierte auch die Darstellung der "Washington Post" nach der Trump einfach aufgelegt haben soll. "Das Gespräch endete höflich", erklärte Turnbull. Zudem sei die Diskussion mit Trump "sehr ehrlich und offen" gewesen. Gegenüber Turnbull habe der US-Präsident zudem versichert, dass er an dem Flüchtlingsdeal mit Australien festhalten werde.

Das offizielle Foto vom Telefongespräch zwischen Trump und Turnbull, das vom Weißen Haus verbreitet wurde, bietet weiterhin Raum für Spekulationen. Dort streckt Trump den Mittelfinger aus, wie viele Internetnutzer bemerken.

Ob er die Geste nun absichtlich machte oder nicht - es ist schon bemerkenswert, dass so ein Foto offiziell verbreitet wird.

Eindeutig ist hingegen der rüde Umgang Trumps mit anderen Staatschefs. Turnbull oder der mexikanische Präsident dürften ersten der Anfang gewesen sein - recht beeindruckend nach nur zwei Wochen Amtszeit.

(mf)

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