Der Schattenpräsident: Trump-Berater Stephen Bannon ist der mächtigste Mann der Welt - und er ist gefährlich

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STEVE BANNON
Stephen Bannon zieht im Weißen Haus die Fäden der Macht | POOL New / Reuters
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  • Trumps Berater Stephen Bannon ist der wohl mächtigste Mann der Welt
  • Bannon gilt in den USA als populistischer Nationalist, Rassist und Anti-Semit
  • Sein anti-elitäres, vom Kulturkampf geprägtes Weltbild ist eine Gefahr für die USA und die Welt

"Dunkelheit ist gut", sagt Stephen Bannon im November 2016. Sein Chef, Donald Trump, ist gerade Präsident der USA geworden. Und Bannon damit der mächtigste Mann der Welt.

In Dunkelheit hüllen will er das liberale Amerika: "Es hilft, wenn sie blind sind, wenn sie nicht wissen, was wir tun", führt Bannon im Magazin "Hollywood-Reporter" aus. "Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht."

Einem anderen Reporter sagte er: "Mein Ziel ist es, den Staat zu zerstören."

Wer ist der Mann, der diese verstörenden Sätze sagt und im Weißen Haus neuerdings die Fäden zieht - und den viele politische Beobachter für mächtiger als Donald Trump halten?

"Angst und Tyrannei"

Anhand seines Lebenslaufes würde man nicht vermuten, dass Bannon ein rechter Revolutionär ist.

Bannon hat an der Elite-Uni Harvard studiert. Er war Navy-Offizier und Investmentbanker bei Goldman Sachs. Er machte ein Vermögen, indem er Rechte an der legendären Sitcom "Seinfeld" erwarb.

Dann nahm sein Leben eine Wendung: Er machte Dokumentarfilme mit teilweise rechtsradikalen Inhalten und wurde Chef-Redakteur der rechtsextremen Nachrichtenseite "Breitbart News".

"Egomanisch", "Machiavelli pur", "Angst und Tyrannei" - so beschreiben ehemalige Mitarbeiter Bannon, schreibt der Guardian.

Bannon gilt als Nationalist, als Rassist und Anti-Semit. Ein Bloomberg-Journalist sah in Bannon schon im Oktober 2015 "den gefährlichsten Politikakteur in Amerika".

Diesen Mann hat Donald Trump also zu seinem wichtigsten Berater gemacht. Und diesen Mann hat er gerade in den einflussreichen Nationalen Sicherheitsrat der USA berufen.

Und Bannons Ideen, das zeigen Vergleiche seiner früheren Reden und Texte, finden sich teilweise eins zu eins in den Reden und Dekreten von Donald Trump wieder. Trump so scheint es derzeit ist eine Marionette - deren Fäden Bannon zieht.

Bannons ökonomisch-nationale Bewegung

"Wir haben noch nie einen politischen Berater gesehen, der so unverschämt nach der Macht greift wie Stephen Bannon", schreibt die New York Times in einem Artikel, den die renommierte Zeitung mit dem Titel "Präsident Bannon" überschreibt.

Noch habe es je einen politischen Berater gegeben, der so schnell so viel Schaden angerichtet habe.

Was hat Bannon also mit den USA vor?

Die 13 rechtspopulistischen Dokumentarfilme, die er in Hollywood produzierte, lassen Vermutungen zu. "In Bannons düsterer und apokalyptischer Welt, wo die Helden rar und die Einsätze hoch sind, haben wir nur einen Kader aus Querdenkern und Wahrheitssagern, die uns beschützen können", schreibt das Magazin "Politico" über Bannons Filmwelt.

"Ich bin kein weißer Nationalist, ich bin ein Nationalist. Ein ökonomischer Nationalist", sagte Bannon im Interview mit dem "Hollywood Reporter". "Wir werden eine ganz neue politische Bewegung gründen (...) Konservative, plus Populisten, eine ökonomisch-nationale Bewegung."

"Ein großer Krieg zieht auf"

In der Vatikanstadt sagte Bannon im Jahr 2014 bei einem Vortrag: "Ein großer Krieg zieht auf, ein globaler Krieg."

Abendland gegen Morgenland, christlicher Westen gegen muslimischen Osten, das Volk gegen die Eliten. Das ist Stephen Bannons Weltbild.

In Donald Trump hat er die Figur gefunden, auf und durch die er dieses Weltbild projizieren und in Politik verwandeln kann.

Nicht Bannon hat Donald Trump, sondern Trump hat Bannon zur Macht verholfen.

Jetzt will der Mann, der die Macht Satans bewundert, die Welt verändern. Und er wird sie - so viel steht jetzt schon fest - für viele zur Hölle machen.

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(ben)