Islamwissenschaftler erklärt, warum es gute Gründe für Trumps Einreisedekret gibt

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SAMAD HAMED
Islamwissenschaftler erklärt: "Darum macht Trumps Einreisedekret Sinn" | Twitter
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  • Der Islamwissenschaflter Hamed Abdel-Samad hält die US-Einreisebeschränkungen für richtig
  • Die Staaten, die von diesem betroffen sind, seien "gescheitert" und eine Gefahr
  • Samad kritisiert eine "Schieflage" im Diskurs um Muslime

Weltweit ist das Einreisedekret des US-Präsidenten Donald Trump auf massiven Widerstand gestoßen. Da es Flüchtlingen aus sieben muslimisch geprägten Ländern vorübergehend die Einreise in die USA verbietet, sehen viele Kritiker dahinter einen ersten Schritt zu Trumps immer wieder angekündigtem Einreisebann für Muslime.

Der deutsch-ägyptische Politologe und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad erklärt in einem Gastbeitrag in der "Welt", warum er glaubt, dass es durchaus gute Gründe für die hoch umstrittene Entscheidung Trumps gibt.

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So seien sechs der sieben Länder, für die das Verbot gilt, "gescheiterte Staaten, in denen Terroristen nicht nur Territorien besetzen und Trainingscamps unterhalten, sondern auch dem Westen mit Anschlägen drohen und immer wieder diese Drohung in die Tat umsetzen.“

"Das neue Feindbild der linksliberalen Presse"

In vielen der Länder hätten die Regierungen zudem die Kontrolle über die eigenen Behörden verloren. Das bedeute, dass Terroristen leicht an falsche Pässe gelangen könnten, die ihnen die Einreise in die USA ermöglichten.

Im Iran gebe es darüber hinaus regelmäßig "offizielle Demos, bei denen die Bürger 'Tod Amerika' skandieren“.

Die Kritik am Dekret, so glaubt Samad, rühre vor allem daher, dass es von Donald Trump stamme. Der sei "das neue Feindbild der linksliberalen Presse sowie der Muslime". Eine Aussage, wie aus einem Redemanuskript Trumps entnommen.

"Solidarität mit friedlichen Muslimen"

Es reiche nicht aus, zu erwähnen, dass die Mehrheit der Muslime friedlich sei, "wenn sie die gewaltbereite Minderheit nicht in den Griff kriegt".

Samad beklagt eine Schieflage: Den Muslimen in den USA werde Solidarität entgegengebracht, während viele Muslime weltweit selbst Minderheiten diskriminieren und den Terrorismus nicht entschieden ablehnen würden.

Der Islamkritiker ist der Überzeugung, man sollte Solidarität mit friedlichen Muslimen zeigen und ihnen Respekt bezeugen. "Zur Gleichberechtigung gehört auch, dass ich von meinem Gegenüber genau das erwarte, was ich von mir selbst erwarte."

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