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27/01/2017 16:57 CET | Aktualisiert 27/01/2017 17:00 CET

Eine Flüchtlingskrise zerstörte einst das Römische Reich – das können wir heute daraus lernen

BrasilNut1 via Getty Images
Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig - Jetzt bleibt abzusehen, wie Deutschland der Situation Herr wird

  • Vor 1.700 Jahren kostete die Flüchtlingskrise Rom sein Reich

  • Auch Merkels jetziger Kurs entzweit die politische Welt

  • Was wir aus der vergangenen Geschichte lernen sollten: Integration ist das Wichtigste

Die Flüchtlingskrise hat weltweit einen fundamentalen, kulturellen und gesellschaftlichen Aspekt angenommen. Dabei ist Migration schon immer Bestandteil der Geschichte des Menschen gewesen. Die amerikanische Nachrichtenseite "Quartz" fand einen interessanten Zusammenhang zwischen der römischen Flüchtlingspolitik und unserer heutigen.

Der Ansatz ist deshalb so interessant, weil sich in den letzten Wochen und Monaten die Debatte hauptsächlich darum drehte, wie die Flüchtlingskrise Deutschland und Europa ändert. Nachdem Millionen Flüchtlinge in Europa Schutz suchen konnten, wurden die Grenzen geschlossen. Neben Hilfe wuchs auch die Kritik an der Flüchtlingspolitik und Rechtspopulisten erhielten europaweit Zulauf. Nun lautet die Frage: Wie gehen wir mit den Asylsuchenden um?

Die Römer scheiterten an einer Flüchtlingskrise

In der Geschichte der Menschheit ist dies nicht der erste politische Tiefpunkt. Schon die Römer hatten mit einer Flüchtlingskrise zu kämpfen – und scheiterten.

Der römische Kaiser Flavius Valens zog damals mit seinen Truppen gegen die Goten in den Krieg. Rund 40.000 Soldaten schickte er in die Schlacht. Es war ein regelrechtes Massaker: 30.000 römische Soldaten starben und das Reich wurde besiegt.

Auch der Kaiser kam in der "Schlacht von Adrianopel“ ums Leben – er starb am 9. August im Jahr 378. Die Bezwingung von Adrianopel geschah jedoch nicht aus blindem Machthunger des Kaisers, oder weil er die erfolgreiche Kriegsführung seines Gegners grob unterschätzte.

Gotische Flüchtlinge suchten bei den Römern Schutz

Die wohl bekannteste Niederlage in der Geschichte des Römischen Reiches hatte ihre Wurzeln in etwas ganz anderem: Einer Flüchtlingskrise.

Zwei Jahre zuvor waren die Goten in das römischen Territorium gezogen, um Schutz vor den Hunnen zu suchen.

Der falsche Umgang mit den gotischen Flüchtlingen begann jedoch, eine Kette von Ereignissen nach sich zu ziehen, die zum Zusammenbruch einer der größten politischen und militärischen Kräfte führte, die die Menschheit je gekannt hat.

Es ist eine Geschichte, die schockierend ähnlich zu dem ist, was in Europa gerade geschieht

Damals begann alles ziemlich friedlich. Die Römer versuchten, die Goten mit Lebensmittel und Unterkünften zu versorgen.

Das Problem: Es kam ein unerwarteter Strom an Menschen, dem die Römer nicht gerecht wurden. Bei dem Versuch, diesen einzudämmen, scheiterten sie.

Denn die militärischen Beamten, die für die Goten zuständig waren, erwiesen sich als korrupt und profitierten von dem, was für die Flüchtlinge gedacht war. Das heißt, sie steckten die Lebensmittel einfach selbst ein.

Die verhungernden Goten waren sogar dazu gezwungen, Hundefleisch von den Römern zu kaufen, um sich ernähren zu können.

Die Goten fühlten sich ungerecht behandelt und setzten sich zur Wehr

Es kam, wie es kommen musste: Das Vertrauen zwischen den missbrauchten Goten und den Römern war schon vor der Schlacht von Adrianopel erschüttert und der anfängliche Wunsch der Goten, römisch zu werden, ging dazu über, Rom zerstören zu wollen.

Die Migranten, die jetzt versuchen, nach Europa zu kommen, versuchen nicht, sich aufzurüsten und Europa ist auch nicht – Gott sei Dank - das römische Reich.

Aber diese Geschichte verdeutlich gut, dass Migration, auch in unserer heutigen Welt, für immer relevant bleiben wird

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit der Flüchtlingskrise umzugehen: Die eine ist, den Dialog und die Integration zu fördern; die andere ist, Dialog und Integration zu verweigern.

Die zweite hat schon damals zu einer Katastrophe geführt - und wir sollten diese nicht wiederholen.

Mehr zum Thema: Emotionaler Appell: Merkel spricht über Flüchtlingspolitik – und wird so persönlich wie selten

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

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(lm)