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24/01/2017 10:45 CET | Aktualisiert 24/01/2017 10:46 CET

Über dieses Foto aus dem Weißen Haus regen sich gerade Millionen Frauen weltweit auf

  • Donald Trump hat als eine der ersten Amtshandlungen Millionen Frauen gegen sich aufgebracht

  • Er unterzeichnete ein Dekret, das die finanzielle Unterstützung von bestimmten NGOs im Ausland einschränkt

  • Darunter sind Organisationen, die Frauen über Abtreibungen informieren und sie finanzieren

Es ist ein Bild, das den Widerspruch bereits in sich trägt. Donald Trump, umringt von Männern, der nach den Rechten der Frauen greift. Hatte sich der neue Präsident bereits im Wahlkampf mit der Frauenbewegung angelegt, so gießt er jetzt zusätzlich Öl ins Feuer.

donald trump

(Trump in seinem Büro im Oval Office. Quelle: Getty)

Mit einem sofortigen Finanzierungsstopp für internationale Hilfsorganisationen (NGOs), die Frauen bei Abtreibungen beraten und unterstützen, machte Trump eines seiner Wahlversprechen an seine christlich-konservativen Anhänger wahr. Und hat gleichzeitig Millionen Frauen in den USA und weltweit gegen sich aufgebracht.

27 Millionen Frauen nutzen die Hilfe

Der Hintergrund: Der vormalige US-Präsident Ronald Reagan hatte 1984 mit der sogenannten "Mexico-City-Policy" die Hilfe für internationalen Hilfsorganisationen verboten, die Frauen bei Abtreibungen beraten und unterstützen.

1993 kippte der demokratische US-Präsident Bill Clinton die Regelung. Sein Nachfolger George W. Bush führte sie 2001 wieder ein, ehe sie Obama 2009 abermals außer Kraft gesetzt wurde.

Seitdem konnten NGOs Frauen bei Abtreibungen wieder mit US-Geldern gefördert unterstützen. Zuletzt nahmen rund 27 Millionen Frauen und Paare weltweit die Hilfe an. Die USA zahlten bisher rund 600 Millionen Dollar pro Jahr an diese Organisationen.

Nicht weniger, sondern mehr Abtreibungen

Trump hat diese Hilfe nun mit einem Federstrich wieder ausgesetzt. Und die Kritik lässt nicht auf sich warten: Damit setze es das Wohl von Frauen, die besonders in den Entwicklungsländern hohen gesundheitlichen Risiken und sozialem Druck ausgesetzt sind, aufs Spiel. Trumps Entscheidung könnte Tausende Frauen das Leben kosten.

Die deutsche "Astraia Foundation" - eine Stiftung aus München, die sich weltweit für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt - spricht von "schwerwiegenden Konsequenzen für Mädchen und Frauen in aller Welt". Bei ausbleibender Finanzierung aus den USA könne die Gesundheit von Frauen im Abtreibungsfall nicht mehr gewährleistet werden.

Auch in den Sozialen Netzwerken schlägt Trump heftige Kritik entgegen.

Auf Twitter riefen Frauen zum Protest gegen die Entscheidung auf.

Am Wochenende gingen Hunderttausende Frauen gegen Trump auf die Straße

Ein häufig geäußerter Vorwurf: Trump verhindere mit seiner Entscheidung Abtreibungen nicht, sondern mache sie für Frauen gefährlicher, weil die medizinische Beratung und Hilfe fehle.

Zahlen, die auf Twitter die Runde machten, legen nahe, dass die Abtreibungsrate durch die Entscheidung Trumps sogar steigen könnte.

"Respektieren die Werte der Steuerzahler"

Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, hat für solche Argumente wenig übrig. Er verteidigte die Entscheidung und sagte gegenüber der "Washington Post", dass die Regierung mit dieser Entscheidung “die Werte der Steuerzahler” in den USA respektiere.

Trumps Affront gegen die Frauen ist eine der ersten Amtshandlungen des neuen US-Präsidenten - nur Tage nachdem hunderttausende Frauen im "Women’s March" gegen ihn auf die Straßen gegangen waren.

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