POLITIK
24/01/2017 14:48 CET | Aktualisiert 24/01/2017 17:49 CET

Gabriel bestätigt Verzicht auf Kanzlerkandidatur - Schulz tritt an

Reuters
Die SPD-Spitzenpolitiker Martin Schulz und Sigmar Gabriel

  • Sigmar Gabriel bestätigt gegenüber dem "stern" und der "Zeit" seinen Verzicht auf den Posten des Kanzlerkandidaten der SPD

  • Martin Schulz wird stattdessen Kandidat der Sozialdemokraten - er übernimmt auch den Parteivorsitz

  • Gabriel wird das Außenministerium übernehmen, Brigitte Zypries wird Wirtschaftsministerin

Sigmar Gabriel wird nicht Kanzlerkandidat der SPD. Martin Schulz wird für die Bundestagswahl am 24. September den Kandidaten der SPD stellen.

Gabriel bestätigte seinen Verzicht auf die Kandidatur der "Zeit" und dem "stern". Er wird auch den Parteivorsitz abgeben - auch diesen wird Martin Schulz übernehmen.

Der "Zeit" sagte der bisherige SPD-Chef, er sei "nach einem halben Jahr Nachdenken, Zweifeln, Ringen, nach Fahrplanänderungen und Freundschaftskrisen" endlich mit sich im Reinen.

In Zukunft will Gabriel Außenminister werden. Wie die "dpa" berichtet, soll Brigitte Zypries Wirtschaftsministerin werden. Sie war unter Gabriel bisher Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium gewesen.

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Gabriel glaubt die SPD nicht mehr hinter sich

Der "stern" wird am Mittwoch mit Gabriels Kanzlerschafts-Absage aufmachen.

Dem Magazin erklärte Gabriel, es seien auch "private Gründe", die ihn zu seinem Verzicht auf die Kandidatur bewogen hätten.

Der Vizekanzler, der im März noch einmal Vater werden wird, sagt dem "stern": "Heute bin ich wirklich ein glücklicher Mensch. Ob ich es auch wäre, wenn ich meine Familie noch weniger sehen würde als jetzt schon, weiß ich nicht."

Gabriel sagte im Gespräch mit "stern" weiter: "Um einen Wahlkampf wirklich erfolgreich zu führen, gibt es zwei Grundvoraussetzungen: Die Partei muss an den Kandidaten glauben und sich hinter ihm versammeln, und der Kandidat selbst muss es mit jeder Faser seines Herzen wollen."

Beides treffe auf ihn nicht mehr in ausreichendem Maße zu.

Gabriel sieht seinen Regierungskurs als Grund für Vertrauensverlust

"Nicht wenige hadern bis heute mit mir", sagt Gabriel im "stern".

Grund sei, dass er damals mehr als 75 Prozent der SPD-Mitglieder davon überzeugen hätte können, "dass die SPD regieren muss, wenn sie den Mindestlohn, mehr Kitas, sozialen Wohnungsbau und nicht zuletzt mehr Chancengleichheit für Frauen durchsetzen wollte."

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