AfD-Sprecher bezeichnet Anti-Trump-Protestierende als "hysterische, wohlstandsverwöhnte, linke Weiber"

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STEFAN MLLER
Stefan Möller (AfD) hat gegen Trump protestierende Frauen als "hysterische Weiber" bezeichnet | dpa
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  • Stefan Möller, AfD-Sprecher Thüringens, hat in einem Facebook-Post Trump-Protestierende als "hysterische Weiber" bezeichnet
  • Nach der Amtseinführung Donald Trumps waren Millionen Frauen und Verbündete gegen Trump auf die Straße gegangen

Stefan Möller, AfD-Sprecher Thüringens, hat in einem Facebook-Post gegen Trump protestierende Frauen als "hysterische, wohlstandsverwöhnte linke Weiber" beleidigt.

Nach der Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA Donald Trump am Freitag waren in zahlreichen Großstädten weltweit insgesamt über vier Millionen Menschen beim "Marsch der Frauen" gegen Trump auf die Straße gezogen.

Mit pinkfarbenen Strickmützen und Protest-Schildern hatten Frauen und Verbündete gegen die frauenfeindlichen, homophoben, islamophoben und rassistischen Aussagen des neuen US-Präsidenten protestiert.

"Dafür sind die linken Weiber schlicht zu feige"

Dass Millionen Amerikaner ihrem demokratischen Recht nachgehen, für ihre Rechte und Wertvorstellungen im eigenen Land auf die Straße zu gehen, scheint den AfD-Politiker lediglich zu nerven.

Die Protestierenden würden "begleitet von Gewalttätern ihrem Land und der Welt auf den Senkel gehen", bewertete Möller die Proteste in seinem Facebook-Post.

"Schade, dass diese Figuren nicht in Saudi-Arabien versuchen, gegen echte religiöse Intoleranz und Homophobie zu demonstrieren", meint der AfD-Politiker dort. "Aber dafür sind wohlstandsverwöhnte linke Weiber schlicht zu feige".

In ihrem abwertenden Frauenbild stehen sich Trump und Möller demnach wohl nahe.

"Fiese Frauen werden die Welt verändern"

Trump hatte im Wahlkampf seinerseits seine demokratische Gegnerin Hillary Clinton unter anderem als "nasty woman", also als "fiese Frau" bezeichnet - eine Bezeichnung, die sich die protestierenden Frauen zu eigen gemacht hatten.

nasty woman

"Fiese Frauen werden die Welt verändern", stand auf den Plakaten etlicher Protestierender - das gleiche kann man wohl von "hysterischen Weibern" behaupten.

Als solche wurde zum Beispiel die Suffragette Alice Paul bezeichnet, als sie zwischen 1912 und 1920 für das Frauenwahlrecht in den USA auf die Straße ging. Sie und ihre Mitstreiterinnen ebneten schließlich den Weg für das Frauenwahlrecht, das der amerikanische Kongress 1920 beschloss.

Sollten sich diese Angaben bewahrheiten, wäre der Marsch der Frauen 2017 die bislang größte Demonstration in der Geschichte der USA. Immerhin: Paul und ihre "hysterischen Weiber" hatten 1913 noch lediglich 5.000 Demonstranten auf ihrer Seite.

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(ks)

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