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21/01/2017 16:29 CET | Aktualisiert 21/01/2017 16:30 CET

Die eine Sache, die Depressionen noch viel beschissener macht, als sie eh schon sind

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Menschen mit Depressionen können sich nicht vorstellen wie es ist, keine zu haben .

Depressionen sind furchtbar. Dunkel. Schwer. Zäh. Schmerzhaft. Sie nehmen das ganze Leben ein und lassen keinen Platz für andere Gefühle, Gedanken.

Manchmal sind da kleine, etwas hellere Inseln in dem dunklen Wasser. Und dann verschwinden sie wieder, bevor sie in Reichweite geraten.

Es ist ein unerträglicher Zustand und niemand weiß, wie lange er andauern wird. Manchmal Monate. Manchmal Jahre. Manchmal ein Leben lang.

Und das Schlimmste - das, was Depressionen noch viel beschissener macht, als sie eh schon sind - ist, dass es keine Hoffnung gibt.

Ein lähmender, beschissener Teufelskreis.

Das heißt nicht, dass es keine Hoffnung auf Heilung für Betroffene gibt. Es gibt genug Menschen, die es geschafft haben, sich von Depressionen zu befreien.

Es bedeutet die vollkommene Abwesenheit von Hoffnung auf bessere Zeiten. Es bedeutet, dass Menschen, die unter starken Depressionen leiden, sich schlichtweg nicht vorstellen können, wie es ist, keine zu haben.

Es ist, als hätten sie vergessen, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein. Es ist vollkommene Apathie. Ein lähmender, beschissener Teufelskreis.

Weil Menschen mit Depressionen sich nicht vorstellen können, wie es ist, wenn man keine hat, fällt es ihnen oft schwer, die nötige Kraft aufzubringen, um der Krankheit entgegenzutreten und sich gegen sie zu wehren.

Mehr zum Thema: Niemand versteht, dass du diese 7 Dinge wegen deiner Depression tust

Lernen, sich ein Leben ohne Depressionen vorzustellen

Constanze Imbault von der kanadischen McMaster University, die diesen Zusammenhang in einer Studie entdeckte, erklärt:

“Menschen mit Depressionen empfinden keine Hoffnung für ihr Leben. Und wenn man sich nicht einmal vorstellen kann, wie es ist, keine Depressionen zu haben, kann es sehr schwer sein, die Motivation aufzubringen, um die Depression zu überwinden. Sie können kein Licht am Ende des Tunnels sehen.”

Offenbar führt die Krankheit zu einem Verlust von Empathiefähigkeit. Und genau da sieht Imbault einen möglichen Ansatz zur Therapie:

“Denkbar sind Behandlungen, bei denen Betroffene lernen, sich in neue Situationen einzufühlen, sodass sie erkennen, dass Hoffnung existiert und lernen, sich ein Leben ohne Depressionen vorzustellen.”

Die hellen Inseln der Hoffnung

Erkenntnisse wie diese sind nicht nur für depressive Menschen wertvoll. Sie helfen auch Freunden, Partnern und den Familien von Betroffenen, diese ein Stück weit besser zu verstehen.

Zu erkennen, warum die einfachsten Dinge ihnen manchmal so unendlich schwer erscheinen.

Warum morgens aufzustehen, duschen zu gehen, sich die Zähne zu putzen, schon zur Herausforderung werden kann.

Warum es monatelang oder jahrelang nicht besser wird.

Auch diejenigen, die einen Menschen mit Depressionen lieben, müssen deshalb stark bleiben. Sie müssen genug Hoffnung aufbringen, damit es für zwei reicht. Sie sind die Lichter, die hellen Inseln. Und wenn sie nur lang genug leuchten, werden die ausgestreckte Arme sie eines Tages erreichen.

Mehr zum Thema: 7 Dinge, die nur Menschen mit Depressionen verstehen

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(lm)