Als Lanz nach der Obergrenze für Flüchtlinge fragt, gerät Wagenknecht in Rage

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  • Markus Lanz hat Sahra Wagenknecht nach einer Obergrenze für Flüchtlinge gefragt
  • Die nutzte seine Sendung für einen Rundumschlag gegen die deutsche Außenpolitik
  • Mehr zum Aufreger im Video oben

Sahra Wagenknecht steht wie wohl niemand sonst in der Linkspartei für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik. Markus Lanz hatte die Fraktionsvorsitzende wohl gerade deshalb in seine Sendung geladen, wollte von Wagenknecht zur Flüchtlingsfrage wissen: "Formulieren Sie eine Obergrenze?“

Wagenknecht weicht der Frage erst aus. "Das Asylrecht hat keine Obergrenze", sagt sie im ZDF-Talk nur – und gerät dann doch zunehmend in Rage.

Ein ganz erheblicher Teil der Flüchtlinge seien eben keine Kriegsflüchtlinge, sondern flöhen vor der Armut. "Die kommen auch nicht, weil sie Langeweile haben, sondern sie kommen, weil sie zuhause keine Chancen haben“, stellte Wagenknecht klar.

Lanz provoziert: "Sie würden unterscheiden zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und Menschen, die keine Wirtschaftsflüchtlinge sind?“

Wagenknecht erklärt dem ZDF-Moderator den Unterschied nach dem Asylrecht – und beginnt dann scharf gegen die Bundesregierung zu schießen. In der Türkei etwa würde dafür gesorgt werden, dass es wieder mehr Flüchtlinge gibt, weil "die deutsche Politik Erdogan den Rücken freihält."

"Diese Kopf-Ab-Diktatur"

In der Türkei gebe es eine große Anzahl politisch Verfolgter, auch weil Bundeskanzlerin Merkel sich dem türkischen Präsidenten durch den Flüchtlingspakt ausgeliefert habe, glaubt Wagenknecht.

Dann wird sie wütend: "Wir paktieren mit üblen Despoten, ein anderes Beispiel ist Saudi-Arabien." Das Land sei ein "Zentrum des islamischen Terrorismus". Dann kann man doch nicht wie Frau von der Leyen nach Saudi-Arabien fahren und dort militärische Kooperation anbieten, dieser Kopf-Ab-Diktatur.“

Ihr fast verzweifelt klingendes Fazit: "Das ist doch alles so verheerend. So kann man nicht Politik machen."

(bp)

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