POLITIK
19/01/2017 06:46 CET | Aktualisiert 19/01/2017 06:52 CET

AfD-Chef Meuthen stellt sich nach Skandal-Rede hinter Höcke

Wolfgang Rattay / Reuters
AfD-Chef Meuthen stellt sich nach Nazi-Rede hinter Björn Höcke

  • AfD-Chef Meuthen stellt sich hinter Skandal-Redner Björn Höcke

  • Die Parteispitze ist über den Thüringer Landeschef entzweit

  • SPD-Fraktionschef Oppermann nannte Höcke derweil einen "Nazi"

Nach der Skandal-Rede des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke ist in der Partei ein Streit um dessen Zukunft entbrannt. Während AfD-Vorstandsmitglied Dirk Driesang Höcke gar den Parteiaustritt nahelegt, distanziert sich AfD-Co-Chef Jörg Meuthen nicht von Höcke.

Meuthen erklärte gegenüber der "Bild", es gebe "Anlass zu Tadel dieser Rede, nicht jedoch zu weitergehenden Maßnahmen“.

Höcke hatte sich abfällig über die Sinnhaftigkeit des Berliner Holocaust-Mahnmals geäußert. Die deutsche Geschichte werde "lächerlich und mies" gemacht, hatte er in einer Rede am Dienstagabend in Dresden weiter gesagt

Anders als Meuthen kritisierte AfD-Chefin Frauke Petry Höcke in der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" scharf: "Es bestätigt sich, was ich schon vor einem Jahr sagte. Björn Höcke ist mit seinen Alleingängen und ständigen Querschüssen zu einer Belastung für die Partei geworden."

SPD-Fraktionschef Oppermann: "Höcke ist ein Nazi"

Die anderen deutschen Parteien verurteilen die Holocaust-Äußerungen des AfD-Mannes einhellig. Besonders drastisch formulierte es SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. "Höcke ist ein Nazi. Ich bin froh, dass der allergrößte Teil der Bevölkerung – genau wie ich – mit Ekel und Entsetzen auf diese Aussage reagiert“, sagte Oppermann der "Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, fordert zudem strafrechtliche Konsequenzen nach der Aussage des AfD-Politikers Björn Höcke, das Berliner Holocaust-Mahnmal sei eine "Schande“.

Im Interview mit der "Passauer Neuen Presse“ erklärte Knobloch, Höcke gehöre für seine Aussagen bestraft: "Dieses Pack muss endlich gestoppt werden. Es geht einfach nicht mehr. Wir haben es hier mit hundertprozentigen Antisemiten und Rassisten zu tun. Es ist Volksverhetzung, was hier stattgefunden hat. Deshalb ist es gut und wichtig, dass Anzeige erstattet worden ist."

Der Linken-Abgeordnete Diether Dehm hatte zuvor Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen Höcke gestellt.

(bp)

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