WIRTSCHAFT
17/01/2017 07:38 CET | Aktualisiert 17/01/2017 08:42 CET

Diese Stadt sanktioniert Hartz-IV-Empfänger am Härtesten

dpa
Sanktionen der Jobcenter: In dieser Stadt haben es Hartz-IV-Empfänger am Schwersten

  • Die Anzahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger ist von Jobcenter zu Jobcenter sehr unterschiedlich

  • Besonders hoch ist die Quote in Rosenberg

Sie sind ein umstrittenes Instrument: Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger, die ihre Auflagen nicht erfüllen und aus Sicht des Jobcenters nicht genug tun, um wieder eine Arbeit zu finden.

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Jobcenter zwischen Januar und September über 700.000 Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt. Es ist der niedrigste Wert seit 2011 – und doch eine enorme Summe.

Dabei bestehen von Jobcenter von Jobcenter, von Stadt zu Stadt, erhebliche Unterschiede in der Zahl der Sanktionen. Die "Bild"-Zeitung hat die Zahlen verglichen.

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Dabei kam heraus: Das strengste Jobcenter Deutschlands befindet sich in der bayerischen Stadt Rosenheim. Etwa jeder 15. Hartz-IV-Empfänger musste hier bereits Sanktionen über sich ergehen lassen.

Große Unterschiede zwischen Regionen

Die Sanktionsquote liegt damit bei 6,7 Prozent. Zum Vergleich: Im hessischen Hochtaunuskreis liegt die Quote nur bei 0,68 Prozent, nicht einmal jeder Hundertste ist hier abgestraft worden.

Auch in München, Freising und Landshut liegt die Quote nur bei etwa einem Prozent. Die in Rosenheim geltende Strenge ist somit kein bayerisches Phänomen. Die zweit- und drittstrengsten Ämter befinden sich laut "Bild" in der Südwestpfalz und in Gotha.

Die "Bild" berichtet weiter, im Schnitt kürzten die Jobcenter die Leistungen um 108 Euro, wenn eine Sanktion verhängt wird. Im Fall von über 7500 Arbeitslosen wurden im vergangenen September die Leistungen sogar eingestellt.

Sanktionen werden vor allem verhängt, wenn Hartz-IV-Empfänger Termine versäumen, auf Stellenangebote des Amtes nicht reagieren oder Eingliederungsmaßnahmen abbrechen.

(bp)

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