LIFESTYLE
17/01/2017 10:47 CET | Aktualisiert 19/01/2017 08:17 CET

Fiese Masche: So stehlen Diebe jetzt das Wertvollste in eurem Geldbeutel - und ihr merkt es nicht

Digitale Zahlungsmittel sind bequem und praktisch - wirklich sicher sind sie leider so gut wie nie.

Genau dieses Sicherheitsrisiko haben sich Taschendiebe nun zu Nutze gemacht. Digitaler Diebstahl ist die neuste Masche der Kriminellen.(Wie genau der Trick der Diebe funktioniert, erfahrt ihr auch im Video oben.)

Egal, ob Visa ("payWave") oder Mastercard ("paypass"), Diners oder American Express: Bereits seit Jahren ist das kontaktlose Bezahlen im Einzelhandel Realität. Durch einen speziellen Funk-Chip werden die erforderlichen Daten übertragen.

Allerdings hat diese Methode eine massive Sicherheitslücke: Die für das kontaktlose Bezahlen eingesetzte NFC-Technologie macht einen Taschendiebstahl der modernen Art möglich.

Der Dieb muss nur kurz an der Handtasche entlang wischen

Auf dem RFID-Chip sind die wichtigsten Zugangsdaten unserer Karten gesichert. Alles, was die Diebe brauchen, um an genau diese Daten zu kommen, ist ein Auslesegerät oder ein Smartphone mit einer entsprechenden App.

Für den Datenklau muss der Dieb nur kurz mit seinem Handy oder einem entsprechendem Lesegerät an der Handtasche oder Jackentasche des Opfers vorbei wischen.

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In nur wenigen Sekunden hat er dann die erforderlichen Daten, um das Bankkonto des Opfers zu plündern. Für viele Menschen ein absoluter Albtraum. Doch nicht nur Bank-Transfers sind mit den gestohlenen Daten möglich. Der Handel mit Kreditkarteninformationen im Darknet ist ein hochlukratives Geschäft.

Bei Kreditkarten sind es in erster Line die Kreditkartennummer, der Name des Inhabers und das Ablaufdatum der Karte,die gefährdet sind. Darüber hinaus gibt es eine noch andere, nicht monetäre Bedrohung: Mit den Daten auf dem Chip können auch Duplikate hergestellt werden.

Schlüsselkarten (etwa für den Zutritt zu einem Firmengebäude) können ebenfalls sehr einfach kopiert werden. Bei biometrischen Pässen lassen sich laut kritischer Stimmen mit dem entsprechenden Fachwissen auch Daten auslesen – und damit sogar ganze Pässe fälschen.

Dadurch steigt auch das Betrugspotenzial. Denn derjenige, der die Daten klaut, muss nicht zwangsläufig die Fähigkeit besitzen, auch einen Kontobetrug zu begehen. Geld kann er mit dem Verkauf der Daten trotzdem machen.

Wofür steht eigentlich RFID?

Die Abkürzung RFID steht für "Radio Frequency Identification". Damit ist die Identifizierung mittels elektromagnetischer Wellen gemeint.

Das Prinzip ist einfach: Mit der RFID-Technologie können Objekte und Lebewesen durch Radiowellen lokalisiert und identifiziert werden. Ein sogenannter Transponder übermittelt dabei die Daten an eine Antenne.

Wenn der Transponder in die Reichweite dieser Antenne gelangt, können die Informationen berührungslos vom Speicher des Transponders gelesen oder auch gespeichert werden.

So einfach funktioniert die fiese Masche der Betrüger

Kreditkartendaten können über die Kontaktlos-Funktion der Karte relativ einfach ausspioniert und missbraucht werden. Wenn ein Betrüger durch das Laden der RFID-Daten in den Besitz vertraulicher Informationen kommt, kann er sich für sein Opfer ausgeben, in dessen Namen Zahlungen und Bestellungen tätigen.

Wer es auf Kreditkartendaten abgesehen hat, braucht dafür keinen großen Aufwand zu betreiben:

Kartenscanner gibt es im Internet für nur wenige Euros zu kaufen. Bei Android-Handys muss man lediglich die NFC-Funktion in den Einstellungen freischalten und teilweise noch eine spezielle App herunterladen.

Die einzige Hürde für die Datendiebe ist es also, nahe genug (d.h. einige Zentimeter entfernt) an ihr Opfer zu gelangen, damit die Daten vom Gerät ausgelesen werden können.

Deswegen ist das Gedränge in Kaufhäusern, an Bahnhöfen oder Flughöfen das ideale Terrain für sie.

Schutz vor Datendiebstahl: Das raten die Experten

Wenn man sich vor den Schattenseiten des volldigitalisierten Geldverkehrs schützen möchte, gibt es nur eine zuverlässige Möglichkeit. Experten raten zum Abschirmen der Karten durch eine spezielle RFID-Schutzhülle aus Metall.

Im Internet findet man verschiedene Anbieter solcher sogenannten "Wallet Guards".

Zusätzlich bieten einige Hersteller auch Portemonnaies an, die bereits eine Metallfolie integriert haben.

Die wohl einfachste und günstigste Art des Schutzes ist es, ein Stück Alufolie zwischen die NFC- oder RFID-Karten zu schieben.

Experten raten, die regelmäßigen Kreditkartenabrechnungen trotzdem zu überprüfen. Denn eine hundertprozentige Sicherheit gäbe es trotz der Schutzhüllen nicht.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

(lk)