POLITIK
17/01/2017 05:25 CET | Aktualisiert 17/01/2017 08:36 CET

"Hart aber fair": Petry stellt sich hinter den Terror-Tweet ihres Gatten

Ein Tweet, den der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende Markus Pretzell etwas mehr als eine Stunde nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz abschickte, löste in der gestrigen "Hart aber fair"-Sendung wieder Tumulte aus (auch im Video oben).

Nachdem ein IS-Terrorist im Dezember einen Lastwagen in die Menge gesteuert und zwölf Menschen getötet hatte, twitterte Pretzell: "Es sind Merkels Tote".

"Trägt Merkel tatsächlich eine Mitverantwortung für den islamistischen Terror?", fragte der Moderator Frank Plasberg in die Runde.

"Selbstverständlich trägt die Bundeskanzlerin eine Mitverantwortung"

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry versuchte nicht einmal, den Tweet ihres Gatten Pretzell zu relativieren: "Selbstverständlich trägt die Bundeskanzlerin eine Mitverantwortung für all das, was im Rahmen der illegalen Migration geschehen ist, und selbstverständlich auch für die Toten von Berlin."

Allgemeine Empörung aus der Ecke der Großen Koalition, vom Unions-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann. "Infam", nannten sie die Worte.

"Lassen Sie doch mal Journalisten zu Ihren Versammlungen", rief Kauder. "Es tut mir weh, wie Sie argumentieren." Petry konterte: "Mir tut es weh, dass die Politik Ihrer Regierung zu solchen Zuständen führt."

"Wenn Sie Kriegspolitik betreiben, tragen Sie Mitverantwortung für Terrorismus"

Empörung gab es auch bei Sarah Wagenknecht, als Kauder und die Grüne Göring-Eckhardt "inhaltliche Überschneidungen" zwischen Wagenknecht und Petry feststellten.

Die Vorsitzende der Linken hatte nach dem Anschlag von einer "vielschichtigen Mitverantwortung" der Regierung gesprochen.

Doch Wagenknecht wollte nicht mit Petry zusammengebracht werden.

"Ungeheuerlichkeit!" und "Unverschämtheit!" schnaubte sie. Einen "plump-dummen Vergleich, um mich in die AfD-Ecke zu stellen", nannte sie das.

Ist Kauder jetzt AfD-nah?"

"Wenn Sie Kriegspolitik betreiben, tragen Sie Mitverantwortung für Terrorismus", so die Linke. Allgemeines, unverständliches Durcheinander in der Runde folgte. "Ich muss mal ausreden können, ohne von Grün-Schwarzen niedergebrüllt zu werden", ruft Wagenknecht.

Schließlich gebe es auch eine Nähe von Petry und Kauder bei der Erbschaftssteuer: "Ist Kauder jetzt AfD-nah?", fragt sie empört.

FDP-Politiker Christian Lindner schlichtet auf seine Art: "Wir sollten mehr in der Sache diskutieren, als den Rändern so viel Raum zu geben, dass diese die Debatte bestimmen."

Die lebhafte Debatte zeigt: Das Wahljahr 2017 wird spannend werden.

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(lp)