POLITIK
16/01/2017 06:49 CET | Aktualisiert 16/01/2017 07:16 CET

Steinbach gehört nun der "größten Partei Deutschlands" an - der Parteilosen

Tobias Schwarz / Reuters
Steinbach gehört nun der "größten Partei Deutschlands" an - der Parteilosen

  • Nach ihrem Austritt aus der CDU will Erika Steinbach parteilos bleiben

  • Sie war nach 40 Jahren Mitgliedschaft aus Enttäuschung über Merkels Flüchtlingspolitik ausgetreten

Die aus der CDU und der Unionsfraktion ausgetretene Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach wird keiner anderen Partei beitreten. Der "Bild"-Zeitung sagte Steinbach: "Ich bleibe parteilos."

Sie gehöre von nun an der größten Partei Deutschlands an - der Partei der Nichtparteimitglieder. Ihr Bundestagsmandat werde sie jedoch nicht niederlegen.

"Ich bin nicht für die Flüchtlingspolitik gewählt worden"

Steinbach war aus Enttäuschung über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach vier Jahrzehnten aus der CDU ausgetreten. Sie würde heute weder in die CDU eintreten noch die Partei wählen, schrieb die 73-Jährige am Sonntag in einer fünfseitigen Erklärung.

"Ich bin in meinem Wahlkreis direkt gewählt worden, und werde die Menschen dort bis zum Ende der Legislaturperiode auch vertreten. Von denen bin ich allerdings nicht für die Flüchtlingspolitik gewählt worden."

Dass sie bis zur Bundestagswahl Abgeordnete bleibe, habe auch mit der Verantwortung für ihre Mitarbeiter in Berlin zu tun, die andernfalls ihren Job verlören, sagte Steinbach.

"Diese Nachricht ist wie eine Sturmwarnung für die CDU"

Der frühere CSU-Vize Peter Gauweiler hat Verständnis für den Parteiaustritt der langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten.

Gauweiler sagte der "Bild": "Für die CDU ist diese Nachricht wie eine Sturmwarnung. Erika Steinbach repräsentiert den Geist der alten Adenauer- und Kohl-CDU mehr als alle Mitglieder der aktuellen Parteiführung zusammen.“

Gauweiler hatte im März 2015 sein Mandat wegen innerparteilicher Differenzen und aus Protest gegen die Eurorettungspolitik der Koalition niedergelegt.

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(sk)