Prügel-Szenen im türkischen Parlament: Politiker beißt Gegner im Streit um Erdogan

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Es ist eine brisante Verfassungsänderung, die im türkischen Parlament am Mittwoch diskutiert wurde. Die regierende Partei AKP will das Präsidialsystem einführen, den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan somit ganz offiziell zum stärksten Mann im Staat machen.

Wie kontrovers die Reform ist, zeigen die Aufnahmen oben im Video. Im Parlament flogen am Mittwoch die Fäuste. Laut der türkischen Nachrichtenseite "Yeni Safak" sollen Abgeordnete der Oppositionspartei CHP Mitglieder der AKP geschlagen haben.

Mehr zum Thema: So soll Erdogans Präsidialsystem aussehen

Dem Vize-Vorsitzenden der AKP, Fatih Şahin, wurde laut Medienberichten die Nase gebrochen. Ein AKP-Abgeordneter soll von einem Gegner sogar gebissen worden sein.

Der Betroffene, Muhammet Balta, twitterte ein Bild aus dem Krankenhaus. Dazu schrieb er: "Keine Sorge, ich habe alle wichtigen Impfungen.“

Bei der Debatte sorgte vor allem die offene Stimmabgabe von AKP-Abgeordneten in den geheimen Abstimmungen für Streit.

Die größte Oppositionspartei CHP werde deswegen vor das Verfassungsgericht ziehen, sollte die Reform durch das Parlament kommen, sagte der CHP-Abgeordnete Sezgin Tanrikulu der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Bei Abstimmungen im Parlament zu Änderungen der Verfassung schreibt diese in Artikel 175 geheime Stimmabgaben vor.

(cho)

Korrektur anregen