WIRTSCHAFT
12/01/2017 09:50 CET | Aktualisiert 12/01/2017 10:08 CET

An Hygienemängeln in Krankenhäusern sterben mehr Menschen als bei Verkehrsunfällen

upixa via Getty Images
Hygienemängel im Krankenhaus sind ein lebensgefährliches Problem

Recherchen des Internet-Portals "Correctiv" und des ARD-Magazins "Plusminus" haben erneut katastrophale Hygienezustände in Deutschlands Krankenhäusern offengelegt.

Die Journalisten werteten dazu Krankenhausqualitätsberichte und Daten des Landesverbands der Betriebs-Krankenkassen (BKK) aus. Ein weiteres Ergebnis: Jede vierte Klinik stellt zu wenig Hygiene-Fachkräfte ein.

Die Folge: In Deutschland sterben mehr Menschen an Hygienemängeln in Krankenhäusern als bei Verkehrsunfällen.

Mangelhochburg in Sachen Krankenhäusern ist Bremen

Am schlechtesten schneiden die Krankenhäuser im Bundesland Bremen ab. 43 Prozent der Krankenhäuser erfüllen dort die vorgeschriebenen Hygiene-Vorgaben nicht. Darauf folgen Thüringen mit 42 Prozent und Berlin mit 37 Prozent. Am saubersten sind die Hospitale in Hamburg - hier erfüllen 90 Prozent aller Krankenhäuser die Vorgaben.

Die schlechte Hygiene in vielen der 2059 überprüften Krankenhäuser ist eine ernsthafte Bedrohung für die Patienten.

Laut "Plusminus" infizieren sich in Deutschland jährlich 800.000 Patienten mit gefährlichen Keimen. Eine wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik Essen geht sogar von bis zu 1,3 Millionen jährlich infizierten Klinik-Patienten aus.

Tausende Tote durch Krankenhaus-Infektionen

Die gleiche Studie geht davon aus, dass Hygienemängel in Krankenhäusern zwischen 15.000 und 30.000 Patienten pro Jahr töten. Ein Drittel bis die Hälfte der Fälle könnte durch bessere Hygiene-Standards vermieden werden.

Zum Vergleich: 2016 starben bei Verkehrsunfällen in Deutschland etwas mehr als 3000 Menschen, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Seit Jahren klagen Experten die hygienischen Zustände in deutschen Krankenhäusern an - geändert hat sich wenig, wie die aktuellen Recherchen zeigen.

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(ben)

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