Rentner sucht nach Essen im Müll eine Discounters – und bekommt 200 Euro Strafe

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  • In Bayern wurde ein Rentner verurteilt, weil er im Müll nach Essen suchte
  • Der alte Mann soll 200 Euro Strafe zahlen

Ein Rentner hat offenbar in den Abfalltonnen eines Discounters im bayerischen Neumarkt-St. Veit nach Essen gesucht. Ein Gericht verurteilte den 78-Jährigen nun zu einer Geldstrafe wegen Hausfriedensbruchs, wie "Oberbayerische Volksblatt" berichtet.

Das Urteil laut Bericht: 20 Tagessätze zu je 10 Euro. 200 Euro also. Da der Mann im Monat nur 300 Euro zum Leben hat, könne er das nicht zahlen, sagte seine Anwältin.

Eine Geschichte, die nachdenklich macht

Es ist eine Geschichte, die empörend klingt. Aber nur zu verstehen ist, wenn man die Details kennt. Und die dann immer noch traurig ist.

Wie die Regionalzeitung berichtet, hatte der Mann sich an einem Sonntag an den Abfallcontainern zu schaffen gemacht. Eine Spaziergängerin rief die Polizei, die Marktleiterin erstattete Anzeige wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs

Selbst der Staatsanwalt hielt die Angelegenheit für "eine Bagatelle" – aber der Mann hat viele Vorstrafen, mehr als 20 Einträge im Bundeszentralregister.

Ein Gutachter attestierte dem Mann beginnende Demenz, aber keine Schuldunfähigkeit. Seine Anwältin sagte, der Rentner komme seit seiner Scheidung nicht mehr zurecht.

"Ich hör‘ eh nix."

Der Rentner selbst nahm die Sache laut "Oberbayerische Volksblatt" gelassen. Er sagte demnach: "Ich hör‘ eh nix. Mein Hörgerät liegt daheim.“

Das Urteil ist kein spektakuläres. Der Fall ja auch nicht.

Aber es macht nachdenklich. Weil es zeigt, wie viel zwischen Schwarz und Weiß liegen kann.

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(lp)

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