Sex, Lügen und ein Videotape? Das müsst ihr über Trumps angebliche Porno-Enthüllungen wissen

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Sex, Lügen und ein Videotape: Das müsst ihr über Trumps angebliche Porno-Enthüllungen wissen | Mike Segar / Reuters
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Der Übergang von Trumps Präsidentschaft hat turbulent begonnen - jetzt kommt ein politisches Erdbeben dazu.

US-Geheimdiensten liegen Hinweise vor, dass Russland im Besitz von kompromittierenden Informationen über Trump ist.

Demnach sollen Prostituierte in einem Moskauer Hotelzimmer auf ein Bett uriniert haben, in dem Barack Obama geschlafen haben soll. Bezahlt und beauftragt haben soll die Prostituierten der künftige US-Präsident Donald Trump. Das Zimmer soll vom russischen Geheimdienst FSB mit Videokameras und Mikrofonen überwacht worden sein. Außerdem soll es die Aussage einer Person geben, die im Zimmer anwesend war.

Was wie eine wilde Geschichte klingt, ist es auch. Die Nachricht schlug in den USA ein wie eine Bombe.

Die Frage ist: Sind die Informationen glaubwürdig?

Oder handelt es sich dabei um "Fake News", wie Trump in einem Tweet behauptete?

Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten:

1. Worum geht es?

In dem Bericht der US-Geheimdienste heißt es in eine Passage wörtlich übersetzt:

Nach Aussage von Quelle D, als er/sie anwesend war, beinhaltete TRUMPS (perverses) Verhalten die Buchung der Präsidenten-Suite des Ritz Carlton Hotels, wo, wie er wusste, zuvor President und Frau OBAMA (die er hasste) auf einem ihrer Trips nach Moskau übernachtet hatten.

Er verunstaltete das Bett in dem sie schliefen, indem er eine Reihe an Prostituierten anwarb und sie anwies, eine "golden shower"-Show (Urinieren) für ihn zu veranstalten. Das Hotel war bekannt dafür, unter FSB-Kontrolle (der russische Geheimdienst, Anm. d. Red.) und durch Mikrofone und versteckte Überwachungskameras, die alles aufnehmen konnten was sie wollten, in allen Haupträumen überwacht zu sein.

Die Aussage ist also klar: Russland besitzt belastendes Material über Trump - damit macht sich der künftige Präsident erpressbar. Die Szene soll sich im Jahr 2013 abgespielt haben.

Zudem heißt es im Dokument, dass es im US-Wahlkampf einen Informationsaustausch zwischen Trumps Team und der Putin-Regierung gegeben habe.

Mehr zum Thema: Porno-Gate: Die wichtigsten Passagen im Skandal-Report über Donald Trump

2. Woher stammen die Informationen?

Ein ehemaliger britischer Agent des Auslandsgeheimdienstes MI6 soll sie im Auftrag von Trumps parteiinternen Rivalen bei den Republikanern und später des Clinton-Lagers zusammengetragen haben, berichteten unter anderem CNN, "New York Times" und "Guardian". Ob es sich bei dem Agenten um die oben genannte "Quelle D" handelt ist nicht klar.

Trump twitterte am Dienstagabend: "Falschinformationen - eine totale politische Hexenjagd." Seine Beraterin Kellyanne Conway sagte im Sender CNN: "Die Berichte nennen keine Quellen, nichts ist bestätigt."

Aktuell prüft das FBI, ob die Informationen glaubwürdig sind.

3. Warum kommen die Vorwürfe erst jetzt ans Licht?

Die US-Geheimdienste hatten das Material zunächst als "nicht substanziell" eingestuft. Sowohl Trump selbst als auch Amtsinhaber Barack Obama seien informiert worden.

Die US-Geheimdienste hatten die Informationen jetzt präsentiert, um zu zeigen, dass der russische Präsident Putin Trump im Wahlkampf unterstützen wollte, berichtet die "Washington Post". Denn die Russen hätten nur schlechte Informationen über Trumps Konkurrentin Hillary Clinton veröffentlicht und nicht über Trump.

Über das Dossier und ein mögliches "Trump Sex Tape" im Besitz russischer Spione hatte die US-Nachrichtenseite "Mother Jones" bereits im Oktober letzten Jahres berichtet. Dort hies es aber nur unkonkret: "Russland könnte im Besitz von Material sein, das Trump kompromittiert."

Allerdings: In dem Report von "Mother Jones" wird der Agent von Geheimdienstexperten als seriös beschrieben.

Eine weitere Theorie, warum die Informationen erst jetzt publik werden: Wie ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter und Russland-Experte der US-Ausgabe der "Huffington Post" sagte: "Ich glaube, dass die Geheimdienste sich an Trump rächen wollen, weil er sie kritisiert hat."

Und weiter: "Weil Trump völlig ohne Not einen Streit mit den Geheimdiensten vom Zaun gebrochen hat, veröffentlichen sie jetzt Sachen, um schlechte Schlagzeilen zu produzieren."

4. Wie reagiert Russland?

Russland besitze keine kompromittierenden Dokumente zu Trump, sagte ein Kreml-Sprecher am Mittwoch. Es handele sich um Falschinformationen mit dem Ziel, den Beziehungen Russlands zu den USA zu schaden.

5. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Vorwürfe wahr sind?

Laut eigener Aussage versucht die "Washington Post" seit Monaten die Informationen in den Geheimdienstberichten zu verifizieren - ohne Erfolg. Auch Reportern anderer renommierter US-Medien ist das bisher nicht gelungen.

Das sagt viel: Denn sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, wäre das in den USA DIE Geschichte des Jahres. Andersrum gesagt: Wenn die US-Medien die Informationen nicht verifizieren können, sind sie wohl auch nicht wahr.

Und dennoch: Wie der britische "Guardian" berichtet, soll ein Mitarbeiter des US-Republikaners John McCain den britischen Geheimdienstmitarbeiter getroffen haben, um sich von der Echtheit der Informationen zu überzeugen.

Nach dem Treffen war McCain überzeugt, dass die Quelle vertrauenswürdig ist, und traf den Chef des FBI, James B. Comey, um ihm das mitzuteilen und auf die Wichtigkeit der Dokumente hinzuweisen. McCain ist allerdings ein erklärter Gegner von Donald Trump.

6. Welche Spekulationen gibt es?

Wenn es um den Wahrheitsgehalt der Informationen geht, gibt es derzeit wilde Spekulationen.

Eine ist, dass ein Nutzer des sozialen Netzwerks "4Chan" die Geschichte mit den Prostituierten dem Geheimdienstmitarbeiter (der ein Trump-Gegner gewesen sein soll) zugespielt habe. Nur: Die Geschichte war von dem "4Chan"-Nutzer erfunden. In dem Bericht der US-Geheimdienste sei sie trotzdem gelandet.

"4Chan" ist berüchtigt dafür, unerlaubt Sexvideos zum Beispiel von Prominenten zu veröffentlichen.

Sicher ist am Ende: In den kommenden Tagen werden die Spekulationen über die vermeintlichen Sex-Enthüllungen noch zunehmen.

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(ks)

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