Warum sich Deutschland ein Vorbild an Hamburg und der Elbphilharmonie nehmen kann

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Deutschland und seine Großprojekte: Es ist ein Trauerspiel. Neueste Folge: Die Elbphilharmonie. Erst kritisieren wir solche Projekte, reden sie klein, protestieren, problematisieren - und viel später lieben wir sie dann umso mehr. „Elphi“ nennen die Hamburger das einst gehasste Projekt nun liebevoll. 

Chancen für Großprojekte erkennen

Was wären wir wohl für ein Land, wenn wir uns von Anfang an wieder für solche große Ideen begeistern könnten? 

Damit meine ich nicht nur Konzertsäle - sondern große Ideen für alle Lebensbereiche: Für unsere Infrastruktur, unser Bildungssystem und für die digitale Welt. 

Ich würde zum Beispiel gern in 3,5 Stunden im ICE von Hamburg nach München fahren. So bleibt aber kaum eine Alternative zum Flieger, wenn man es eilig hat. 

Und ich glaube, dass wir dringend kostenloses WLAN in allen unseren Großstädten brauchen und endlich schnelle Internetanschlüsse im ganzen Land. Das würde digitale Innovationen befeuern - und jede Menge Jobs schaffen.

Auch neue Ideen für den Verkehr brauchen wir. Reine Fahrradzonen würden unsere Innenstädte lebenswerter - und ihre Bewohner gesünder machen. Aber wir schauen den Autokolonnen in den Städten weiter zu. 

Mut zur Innovation

Und schließlich brauchen wir neue, große Ideen für unser Bildungssystem: Programmieren als Pflichtsprache in allen Schulen etwa wäre ein Anfang, um unseren Rückstand in der digitalen Welt aufzuholen. 

Und da haben wir noch nicht einmal über moderne, energieautarke Stadtteile und intelligente Stromnetze gesprochen, mit denen wir die stockende Energiewende zu einem Erfolg machen könnten. 

Freude an großen Ideen

Aber klar: All diese Projekte können schiefgehen. Sie können länger dauern. Mehr kosten als geplant, und sie können durch Pfusch und Fehler sabotiert werden. 

Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass unsere Gesellschaft die Freude an großen Ideen verloren hat. 

Doch wir müssen akzeptieren: Wenn wir es nicht versuchen, wenn wir nicht endlich an große Ideen glauben, dann werden wir immer das Land bleiben, das wir gerade sind, während sich die Welt draußen massiv verändert. 

Deshalb schreibt ein Hamburger Verleger völlig zu Recht: "Lasst uns mehr Elbphilharmonie wagen!"

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(mf)