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Grauenvolle Bilanz: 17 Obdachlose wurden 2016 getötet

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OBDACHLOSER
Ein Obdachloser und seine Habseligkeiten | dpa
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Gewalt gegen Obdachlose bleibt ein alltägliches Phänomen in unserer Gesellschaft. Als an Heiligabend ein schlafender Wohnungsloser angezündet wurde, war das nur die Spitze des Eisberges.

Das zeigt ein am Mittwoch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) veröffentlichter Bericht: Nach eigener Zusammenstellung starben im vergangenen Jahr mindestens 17 Obdachlose durch Gewalt. In acht Fällen waren die Täterinnen und Täter selbst nicht wohnungslos.

Seit 1989 gab es somit in Deutschland mindestens 502 Todesfälle durch Gewalt gegen wohnungslose Menschen.

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Dunkelziffer der Gewalttaten deutlich höher

Laut BAGW gab es im Jahr 2016 mindestens 128 Fälle von Körperverletzungen, Vergewaltigungen, Raubüberfällen und bewaffneten Drohungen gegen Obdachlose in Deutschland. In 76 Fällen waren die Täterinnen und Täter selber wohnungslos, in 52 Fällen waren sie nicht wohnungslos.

"In den letzten Jahren sind die erhobenen Fallzahlen bei den nicht-tödlichen Gewaltfällen auf einem konstant hohen Niveau", heißt es in der Pressemitteilung. Und: Die Zahlen zeigen mithin nur Mindestwerte an. "Das nicht-erfasste Dunkelfeld der Gewalt gegen wohnungslose Menschen dürfte noch deutlich größer sein", urteilt die BAGW.

In der Presse erscheinen in der Regel nur die schwereren Fälle von Gewalt - so wie es der Angriff an Weihnachten und die anschließende Debatte verdeutlichten.

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(bp)