7 Wege, wie Menschen mit Depressionen ihren Schmerz verbergen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DEPRESSIONEN
Menschen mit Depressionen verstecken ihren Schmerz oft vor anderen | iStock
Drucken

Du kennst diesen Menschen. Er sieht gut aus, lacht viel. Er hat eine Beziehung und Freunde. Er ist ein guter Freund, hat immer ein offenes Ohr für andere.

Vielleicht hat dieser Mensch sogar einen spannenden Job. Vielleicht reist er viel - du siehst seine Fotos auf Facebook und Instagram.

Dieser Mensch wirkt zufrieden, ja glücklich. Er hat alles im Griff. Alles ist gut.

Aber vielleicht stimmt das nicht. Vielleicht sieht niemand ihn wirklich. Vielleicht ist dieses ganze Leben nur eine zarte Tapete, die eine zerfurchte Wand verbirgt. Vielleicht bist du dieser Mensch.

Die finstere Parallelwelt, von der niemand weiß

Menschen mit Depressionen verbergen ihren Schmerz sehr häufig vor anderen. Selbst enge Freunde oder Familienmitglieder wissen oft nichts von der finsteren Parallelwelt, in der sie leben.

Es gibt sehr viele Gründe, warum depressive Menschen das tun. Manche schämen sich. Andere wollen die Menschen, die sie lieben, nicht damit belasten. Viele wissen schlichtweg nicht, wie sie diesen lähmenden Zustand beschreiben sollen - dieses unsichtbare Gewicht, diese undurchdringliche Dunkelheit.

Mehr zum Thema: 12 Dinge, die du wissen musst, wenn du einen Menschen mit Depressionen liebst

Menschen, die ihren Schmerz verbergen, sind oft wahre Meister der Täuschung. Niemand merkt, dass sie krank sind, weil sie diese 7 Dinge tun, um ihren Zustand zu verschleiern:

1. Sie reden sich selbst ein, dass es nicht so schlimm ist

Sie wollen sich nicht über ihr Leben beschweren, denn eigentlich ist ja alles gut. Eigentlich. Vielleicht leben sie in einer glücklichen Beziehung, vielleicht haben sie sogar Kinder. Finanziell geht es ihnen nicht schlecht und sie sind gesund - zumindest körperlich.

Deshalb versuchen Menschen mit Depressionen sich selbst davon zu überzeugen, dass es nicht so schlimm ist. Dunkelheit und Schmerz werden immer wieder verdrängt. Und wer es schafft, sich selbst zu betrügen, der wird auch andere mühelos täuschen können.

2. In Gesellschaft wirken sie fröhlich und zufrieden

Wer würde schon auf die Idee kommen, dass dieser selbstbewusst wirkende Typ, der alle zum Lachen bringt, unter schweren Depressionen leidet? Genau.

Menschen mit Depressionen überspielen ihre Ängste und Unsicherheiten oft, indem sie sich gegenteilig verhalten. Erst wenn sie allein sind, entfernen sie die Maske.

Mehr zum Thema: Lies diese Zeilen, wenn du deine dunkelsten Stunden erlebst

3. Sie achten auf ein gepflegtes Äußeres

Wer nicht will, dass andere von seinen Depressionen erfahren, achtet pingelig darauf, dass sein äußeres Erscheinungsbild nicht widerspiegelt, wie er sich im Inneren fühlt.

Zu viel dunkle Kleidung wird also vermieden, die Haare werden immer gestylt, der Körper fit gehalten.

4. Social-Media-Kanäle werden genutzt, um den Schein zu wahren

Der Social-Media-Auftritt eines depressiven Menschen kann alles andere als düster wirken. Zumindest, wenn er es nicht darauf anlegt, seine wahren Gefühle zu offenbaren.

Wahrscheinlich ist, dass Freunde und Bekannte keine auffälligen Posts oder Fotos entdecken werden - oder sogar besonders fröhliche.

Ein Facebook-Profil voller alberner Selfies und Party-Bilder ist die ideale Maskerade.

5. Sie gehen viel aus - um zu trinken

Alkohol hilft natürlich nicht wirklich. Kaum einer weiß das besser als ein Mensch mit Depressionen. Aber manchmal muss man dieser beschissenen Welt eben entfliehen. Das Versteckspielen ist anstrengend, es ist so ermüdend, immer glücklich zu wirken.

Alkohol dämpft den Schmerz zumindest für ein paar Stunden. Er lässt die Angst verschwinden und er macht es so viel einfacher, mit all den Ahnungslosen zusammen zu sein, vor denen Depressive sonst so häufig fliehen möchten.

6. Sie kümmern sich fast aufopferungsvoll um andere

Menschen, die unter Depressionen leiden, nehmen sich gerne der Probleme anderer an, um ihre eigenen in den Hintergrund schieben zu können.

Sie bieten Freunden und Kollegen jederzeit eine Schulter zum Ausweinen, während sie ihre eigenen Probleme für sich behalten. Auch gemeinnützige Arbeit ist ein beliebtes Mittel, um den eigenen Schmerz weniger real erscheinen zu lassen.

Es gibt so viele Menschen, denen es noch schlechter geht, nicht wahr? Auf diese Weise kann man zumindest etwas Sinnvolles mit dem Leben anfangen, das sich so oft wie eine Last anfühlt.

7. Sie schützen ihre Geheimnisse - notfalls mit Lügen

Je länger ein Mensch seine Depressionen verbirgt, desto mehr Geheimnisse häuft er an. Lügen und Ausreden halten das wackelige Gerüst zusammen.

Warum du drei Tage lang nichts von deiner Freundin gehört hast? Sie war einfach so beschäftigt mit all den spannenden Ereignissen in ihrem Leben. Warum dein Cousin den lange geplanten Party-Abend plötzlich abgesagt hat? Ein Freund brauchte dringend seine Hilfe.

Schließlich soll niemand erfahren, dass sie in Wahrheit beobachtet hat, wie sich die Schatten an der Wand entlang bewegten. Einfach, weil sie nicht in der Lage war, aufzustehen.

Niemand soll wissen, dass er das Haus nicht verlassen konnte, weil eine Panikattacke ihn plötzlich lähmte.

Depressionen sind eine schwere und sehr ernstzunehmende Krankheit. Kaum einer schafft es, sich ganz alleine daraus zu befreien. Es lohnt sich, Hilfe anzunehmen und den Kampf anzutreten. Die Seite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe kann ein Anfang sein.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Auch auf HuffPost:

Sie ist "die hässlichste Frau der Welt" - das hat sie aus sich gemacht

(cho)