UK erwägt Abgabe in Höhe von 1000 Pfund für jede EU-Fachkraft

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CITY OF LONDON BANKER
Zumindest für die Banken in der City of London dürften die 1000 Pfund Abgabe Peanuts sein | Bloomberg via Getty Images
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Nach dem Brexit ist vor dem endgültigen Ausstieg aus dem freien Verkehr von ­Personen - einen der vier Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes.

Es ist abzusehen, dass EU-Bürger, die künftig im Vereinigten Königreich wohnen oder arbeiten wollen, einen Aufenthaltstitel brauchen werden. Immerhin war die Angst vor einer vermeintlich überbordenden Einwanderung einer der wichtigsten Antriebe für die Befürworter des EU-Ausstiegs.

Kaum ein halbes Jahr nach dem positiven Referendum erwägt nun die britische Regierung eine Abgabe für die von Unternehmen angeheuerten Fachkräfte aus EU-Ländern einzuführen. Das berichtet "Spiegel Online".

Einwanderungsminister Robert Goodwill schlug eine jährliche Pauschale in Höhe von 1000 Pfund (derzeit etwa 1150 Euro) vor. Bereits ab April tritt die Regelung für Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern in Kraft. Er deutete an, dass die Maßnahme auf Fachkräfte aus EU-Staaten ausgeweitet werden könnte.

"Schockierender" Vorschlag

Erboste Reaktionen, zumal von Arbeitgebern, ließen nicht lange auf sich warten: "Wir appellieren an die Regierung, diesen Vorschlag zu überdenken", sagte Seamus Nevin vom arbeitgebernahen Institute of Directors. "Diese Steuer wird das Jobwachstum belasten - und das in einer Zeit, in der viele Unternehmen ohnehin mit Unsicherheit leben müssen."

Der Chefunterhändler des Europäischen Parlaments für die Austrittsverhandlungen mit dem Vereinigten Königreich, Guy Verhofstadt, kritisierte die Pläne auf Twitter scharf: "Stellen Sie sich vor, nur für einen Moment, wie die britischen Schlagzeilen aussehen würden, wenn die EU so etwas für Briten vorschlagen würde? Schockierend."

Nach den Äußerungen Goodwills sah sich jedoch die Regierung genötigt zurückzurudern. Derzeit plane man nicht, Firmen zur Kasse zu bitten, wenn sie Fachkräfte aus EU-Ländern einstellen, sagte eine Sprecherin. "Das steht nicht auf der Tagesordnung der Regierung", erklärte auch eine Sprecherin von Premierministerin Theresa May.

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