Türkischer Anwalt spricht bei "Hart aber fair" eine Wahrheit aus, die alle kennen sollten

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(Einen anderen Aufreger der Sendung seht ihr im Video oben)

Es ging hoch her in der Talkshow "Hart aber fair" am Montagabend. Das Thema: "Neues Deutschland - bringt Härte gegen Zuwanderer mehr Sicherheit?"

Zu Gast waren Grünen-Politikerin Renate Künast, "SZ"-Journalist Heribert Prantl, CSU-Urgestein Markus Söder, Polizeigewerkschafter Rainer Wendt - und der türkischstämmige Anwalt Mehmet Daimagüler.

Daimagüler vertritt unter anderem Nebenkläger im NSU-Prozess.

"Der Terrorismus kam nicht mit den Einwanderern nach Deutschland"

Und er spricht in der hitzigen Diskussion eine Wahrheit an, die aktuell oft untergeht: Wegen seines Aussehens wird er häufiger von Polizei kontrolliert: "Ich kann das ab. Aber ich kann nicht hören, wenn wenn gesagt wird, mit den Einwanderern ist der Terror nach Deutschland gekommen. Das ist eine Frechheit."

Daimagüler erinnert an die Morde durch die RAF und die Rechtsterroristen der NSU - und bringt damit seine aufgewühlten Gesprächspartner zumindest ein kleines Stück weit zurück auf den Boden der Tatsachen.

Die Stimmung in Frank Plasbergs Sendung war aufgeheizt. Gleich am Anfang der Schow fetzten sich Künast und Polizist Wendt so sehr, dass nur Moderator Plasberg die Streithähne trennen konnte.

"Wir sind sehr stolz auf den Kölner Polizeieinsatz"

Der Auslöser: Wendt verteidigte den Kölner Polizeieinsatz - "auf den wir sehr stolz sind". Aus seiner Sicht sei die Debatte um die Äußerungen der Grünen-Vorsitzenden Simone Peter, die den Einsatz scharf kritisiert hatte, nach wie vor nicht vom Tisch.

Denn: Teile der Grünen hätten auch nach gelungenen Polizeieinsätzen "nichts besseres zu tun, als ihre alten polizeifeindlichen Reflexe herauszuholen und die Polizei erst einmal wüst zu beschimpfen", erklärte Wendt.

"Wahrscheinlich waren Sie im Urlaub"

Er griff Künast an und unterstellte ihr, die Notwendigkeit der Erschießung Anis Amris durch italienische Polizisten in Frage zu stellen- so wie es die Politikern im Juli 2016 in einem anderen Fall getan hatte. "Ich hab mich gewundert", so Wendt, "wo Sie waren, als Amri erschossen wurde - wahrscheinlich waren Sie im Urlaub."

Das ließ die Grünen-Politikerin natürlich nicht auf sich sitzen: "Im Gegensatz zu Ihnen war ich in Berlin. Sie machen eine unerträgliche Politik, einen reflexartigen Unsinn."

Zum Schluss konnte nur Plasberg den Streit beenden, in dem er sich zwischen die beiden stellte.

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(ben)

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