2 Jahre nach dem Tod von Tugce: Schläger wird abgeschoben

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TUGCE
BAD SODEN-SALMUENSTER, GERMANY - DECEMBER 03: A picture of Tugce and flowers pictured at the grave of Tugce Albayrak, the 23-year-old university student who died after she was attacked in a McDonald's restaurant parking lot, on December 3, 2014 in Bad Soden-Salmuenster, Germany. Tugce intervened at a McDonald's restaurant in Giessen when two teenaged girls were being accosted by men in the bathroom of the restaurant on November 22. One of the men, Sanel M., reportedly waited for her in the park | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Tugce wurde niedergeschlagen und starb später
  • Sanel M. wurde deshalb zu drei Jahre Haft verurteilt
  • Der Täter soll nun nach seiner Haft abgeschoben werden

Der Fall der 23-jährigen Studentin Tugce schockierte Deutschland: Sanel M. schlug 2014 die Offenbacherin nieder, als sie sich schützend vor zwei Mädchen stellte. Sie fiel ins Koma, starb Tage später.

Der damals 18-Jährige Schläger wurde deshalb zu drei Jahren Jugendhaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Wenn der heute 20-jährige Täter aus der JVA Wiesbaden entlassen wird, soll er nach Serbien abgeschoben werden. "Es bestehe ein besonders schwer wiegendes öffentliches Interesse an der Ausweisung von Sanel M.", teilte das Verwaltungsgericht Wiesbaden am Dienstag mit.

"Gefahr erneuter Straftaten"

Das Gericht hat zugleich den Eilantrag von Sanel M. gegen seine Abschiebung abgewiesen. Es begründete den Beschluss - gegen den Sanel M. innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen kann - damit, dass vom Täter "die Gefahr erneuter Straftaten ausgehe und sein Aufenthalt in der Bundesrepublik eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedeute".

Dabei habe sich die Kammer auf Einschätzungen eines weiteren Gerichts, ein psychologisches Gutachten sowie auf die wiederholte Straffälligkeit von Sanel M. aus den Jahren vor der Tat gestützt. Auch sei er während der Haft straffällig geworden.

"Der Schlag war der schlimmste Fehler meines Lebens"

Sanel M. hatte an seinem letzten Verhandlungstag im Jahr 2015 noch gesagt: "Egal, was hier dabei rauskommt, ich muss damit leben, dass wegen mir ein Mensch tot ist. Der Schlag war der schlimmste Fehler meines Lebens. Ich kann nur sagen, dass es mir leid tut."

Dass er damit seine Zukunft in Deutschland beenden würde und zumindest für 8 Jahre zurück nach Serbien muss, war ihm wohl nicht klar. Seine Familie lebt in Deutschland und hat hier seinen Lebensmittelpunkt.

Tugce selbst bleibt als Symbol für Zivilcourage in der Erinnerung der Menschen.

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