Jobcenter streicht krebskranker Mutter die Unterstützung - die Begründung macht fassungslos

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CHRISTINA WITZEL
Die krebskranke Christina Witzel bekam vom Jobcenter die Unterstützung gestrichen | Privat
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Mit gerade einmal 25 Jahren hatte Christina Witzel aus dem hessischen Hünfeld eine niederschmetternde Diagnose erhalten: In ihrer Brust wuchert ein bösartiger Tumor.

Doch die Mutter einer 5-jährigen Tochter verlor den Mut nicht. Sie richtete eine Facebook-Seite ein, auf der sie über ihr Leben mit Brustkrebs berichtet und anderen Betroffenen Mut macht.

Ihre Therapie verläuft gut. Nach einer Chemotherapie wurde ihr der Tumor aus der Brust entnommen. Zurzeit wird sie regelmäßig bestrahlt und muss starke Medikamente nehmen.

Freiwillige Versicherung wird Witzel zum Verhängnis

Doch nun ein neuer Rückschlag: Das Jobcenter streicht ihr überraschend die Unterstützung, wie "Focus Online " berichtet.

Witzel wird eine freiwillige Versicherung zum Verhängnis. Vor dem Ausbruch ihrer Krankheit hatte sich die nun 26-Jährige zusätzlich abgesichert. Dank dieser Vorsorge bekommt sie nun jeden Tag rund 20 Euro Krankengeld.

Zu viel, findet das Jobcenter in Fulda. Weil das Krankengeld die Bedarfsgrenze überschreitet, hat die Behörde der Frau das Arbeitslosengeld gestrichen.

"Ich kann mir nicht mehr die Miete leisten"

Die junge Mutter sagt, dass es für sie um die Existenz geht. Witzel lebt mit ihrer Tochter Emma-Su in einer Wohnung mit weniger als 60 Quadratmetern. Das fehlende Arbeitslosengeld ist für sie existenzbedrohend. "Ich kann mir nicht mehr die Miete leisten", sagt sie.

Das Kreisjobcenter weist die Kritik von sich. "Bei nicht vorliegenden Anspruchsvoraussetzungen bleibt dem Kreisjobcenter keine andere Möglichkeit, als entsprechende Anträge abzulehnen", erklärt Sprecherin Dorit Heydenreich gegenüber "Focus Online". Niemand werde alleingelassen, sagt sie.

Generell würden Betroffene bei Streichung von Leistungen umfassend beraten werden. Dafür sei extra ein "großzügiger Servicebereich" mit zehn Mitarbeitern geschaffen worden.

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(mf)

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