Dieser Honig wirkt effektiver gegen Bakterien als gängige Antibiotika

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HONIG
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Es ist ein Horror-Szenario: Obwohl die Medizin zahlreiche Antibiotika entwickelt hat, werden diese möglicherweise schon bald nicht mehr wirken. Denn die Bakterien entwickeln immer öfter Resistenzen gegen die Medikamente – und können so nicht mehr abgetötet werden.

Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass wir den Erregern eines Tages hilflos ausgeliefert sein werden.

Das Problem mit den Krankenhauskeimen

Schon heute zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO das weltweite Auftreten von Antibiotika-resistenten Keimen zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Jeder dritte trägt die sogenannten MRSA mittlerweile auf der Haut.

Das ist im Grunde nicht schlimm. Gefährlich wird es erst, wenn diese Menschen aus irgendeinem Grund ins Krankenhaus kommen und operiert werden müssen. Dann gelangt der Keim ins Körperinnere und löst dort Krankheiten aus:

Im besten Fall sind das sehr schmerzhafte Wunden, im schlimmsten schwere Lungenentzündungen und Blutvergiftungen. Das Problem: Gängige Antibiotika helfen den Erkrankten nicht mehr, da die Keime gegen sie resistent geworden sind.

Jedes Jahr sterben zwischen 7.500 und 15.000 Menschen in Deutschland daran.

Wunden heilen mit Honig besser

Hoffnung macht eine besondere Honigart, die aus dem Nektar der Blüten des Manukastrauchs gewonnen wird. Dieser wächst nur in Australien und Neuseeland.

Es ist bekannt, dass Manuka-Honig aufgrund seines hohen Gehalts an Methylglyoxal (MGO) eine hohe antibakterielle Wirksamkeit aufweist. Nun fanden australische Forscher heraus, dass Manuka auch MRSA-Keime abtöten kann: In einer Untersuchung verwendeten die Wissenschaftler den Honig zur äußerlichen Pflege von Wunden, die durch multiresistente Keime ausgelöst worden waren.

Die Wunden heilten – und alle Keime wurden vernichtet, ohne das auch nur einer resistent werden konnte. Die Wissenschaftler schreiben: "Hätte man unter den gleichen Bedingungen Antibiotika eingesetzt, wären die Keime sehr schnell immun dagegen geworden."

Manuka-Honig kommt bereits in deutschen Kliniken zum Einsatz

Auch die Forscher der Universitäts-Kinderklinik Bonn bestätigen: Manuka-Honig ist bei multiresistenten Keimen extrem wirksam. Deshalb wird er mittlerweile in zwei Dutzend Kliniken in Deutschland zur Wunderversorgung genutzt.

Mit großem Erfolg: "Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, und die Wunde heilt besser“, versichert Kai Sofka, Wundpflegespezialist an der Bonner Klinik, der Huffington Post.

Günstige Alternative zu Manuka-Honig

Karl Speer, Professor für Lebensmittelchemie an der TU Dresden, kann das teilweise bestätigen. "Honig ist in Sachen Wundheilung eine gute Alternative zu Medikamenten", sagte er der Huffington Post.

Allerdings ist seiner Ansicht nach Manuka-Honig nicht das beste Mittel. Denn dieser ist extrem teuer - ein Glas kostet zwischen 50 und 100 Euro – und wird häufig sogar gefälscht. Dann steht zwar Manuka auf dem Etikett, es ist aber gar kein Manuka drin.

Deshalb können Verbraucher gleich die günstigere Variante verwenden. "Deutscher Kornblumen-Honig hilft bei der Wundheilung genauso gut", versichert der Chemiker. So habe man für eine Studie Kühe mit vereiterten Klauen mit Umschlägen voll Kornblumen-Honig statt mit Antibiotika behandelt. Der Erfolg gab den Forschern recht: Die Wunden der Tiere heilten problemlos ab.

Übrigens kann man die Heilkräfte des Honigs auch nutzen, indem man einen Löffel davon isst: "Eingenommen kann der Kornblumen-Honig bei Magenproblemen sehr gut helfen", rät Speer. Und das Beste? Diese Art von Medizin schmeckt auch noch richtig gut.

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Das passiert mit deinem Körper, wenn du zum Frühstück zwei Eier isst

(glm)

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