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"Die AfD ist eine Schande mit Parteistatut": CDU-Vize Strobl wird in Interview deutlich

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THOMAS STROBL
"Die AfD ist eine Schande mit Parteistatut": CDU-Vize Strobl wird in "Welt"-Interview deutlich | dpa
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Die Richtung ist klar: Die CDU will sich auf ihrem Parteitag in Essen ein schärferes Profil in der Flüchtlingspolitik zulegen - zu groß ist die Sorge vor weiteren Mitglieder-Abgängen in Richtung AfD.

Entsprechend angriffslustig zeigen sich Unions-Politiker derzeit in Interviews - so wie jetzt CDU-Vize Thomas Strobl in der "Welt". Angesprochen auf den jüngsten Vorwurf des baden-württembergischen AfD-Fraktionschefs Jörg Meuthen, Strobl sei ein "billiger Plagiator", der bei bei der Flüchtlingspolitik "Ideenklau" betreibe, sagte Strobl dem Blatt:

"Im Landtag erlebe ich die AfD ja nun dauernd, und ich sehe nicht, dass sie zu irgendeinem Thema schon einmal etwas Sinnstiftendes vorgeschlagen hätte. In Wahrheit bringt es ja auch nichts, mit einer Partei diskutieren zu wollen, die vorgibt, Deutschland sei auf dem Weg in das Kalifat."

Strobl als wichtige Waffe im Kampf gegen die AfD

Die Politik der AfD gehe an den derzeitigen Probleme vorbei, kritisiert Strobl. Und dann packt der CDU-Vize den rhetorischen Vorschlaghammer aus: "In Wahrheit lebt die AfD von der Krise. Sie ist nichts anderes als eine Schande mit Parteistatut."

Das zeigt: Baden-Württembergs Innnenminister ist derzeit eine der wichtigsten Waffen von Kanzlerin Angela Merkel, Strobl soll als Partei-Hardliner die frustrierte CDU-Klientel (und neuen AfD-Anhänger) wieder einfangen.

Kurz vor dem Innenministertreffen in Saarbrücken hatte Strobl einen Fahrplan für eine verschärfte Abschiebepraxis vorgelegt - vermutlich als Beruhigungspille für all diejenigen, die über Merkels Flüchtlingskurs schimpfen.

Seine Vorschläge: Abgelehnte Asylbewerber in "Ausreisegewahrsam" nehmen, Kranke abschieben und Sozialleistungen kürzen.

Im "Welt"-Interview legt Strobl noch einmal nach - und beharrt darauf, unter Umständen auch kranke Asylbewerber in ihre Heimat abzuschieben. Dieser Vorschlag war vor allem von den SPD-regierten Ländern vor dem Innenministertreffen abgelehnt worden.

Wer nicht reisefähig sei, könne auch nicht abgeschoben werden, sagte der baden-württembergische Innenminister jetzt der "Welt".

Strobls Meinung: "Aber seien wir doch ehrlich: Wenn jemand trotz einer Erkrankung die beschwerliche Reise über das Mittelmeer oder auch über die Balkanroute schafft und wir dann aber feststellen, dass er keine Bleibeperspektive hat, muss man zumindest überlegen, ob es nicht auch möglich ist, ihn in einem Flugzeug innerhalb weniger Stunden zurückzubringen."

Mit Material von dpa

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(ks)