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Merkel stellt sich den Fragen der CDU-Mitglieder - und benennt das größte Problem ihrer Partei

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German Chancellor Angela Merkel gives a speech at the 60th anniversary of the founding of the German Intelligence Services (BND) in Berlin, Germany, November 28, 2016. REUTERS/Hannibal Hanschke | Hannibal Hanschke / Reuters
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Kurz vor dem Parteitag der CDU hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videokonferenz den Fragen der Parteimitglieder gestellt. 800 CDUler nahmen an der Fragerunde teil, für Merkel wurde es zwischenzeitlich ungemütlich. Sie äußerte sich zum Brexit, zur Bildungspolitik, der Flüchtlingsfrage - und benannte das größte Problem ihrer eigenen Partei.

Denn eine junge Frau aus dem Kreisverband Vechta wollte wissen, ob die CDU auf gutem Weg sei, "was jung, weiblich und bunt" angehe. Merkel musste eingestehen: Leider liege der Altersschnitt in der CDU immer noch über 60, Frauen seien deutlich unterrepräsentiert.

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Auch sonst wird es für Merkel des Öfteren ungemütlich: Ein Fragesteller outete sich als Mitglied des Kreises von Altstipendiaten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der kürzlich ein Manifest gegen Merkels Flüchtlingspolitik verfasst hatte. Er habe "zum ersten Mal im Leben richtig Angst um die Sicherheit und die Zukunft seiner Kinder", klagte er - und schob hinterher, er sei doch "ein ganz harmloser Mensch".

Merkel bleibt nur die Entgegnung übrig: "Ich nehme Ihre Angst ernst und auch Ihre Kritik zur Kenntnis." Aber es sei nicht zu ändern, ihre Politik sei in der Abwägung richtig gewesen: "Mit dem Dissens müssen wir leben."

Kurz danach erschienen gleich sechs Mitglieder des CDU-Kreisverbands Reutlingen auf einmal im kleinen Fenster des Computer-Bildschirms . Als sie Merkel fragten, was sie denn gegen die Angst vieler Deutscher vor Überfremdung tun wolle, hatte die einen knappen Tipp parat. "Einfach mal auf Flüchtlinge zugehen, damit die Berührungsängste schwinden", entgegnete die Kanzlerin. "Das kann auch den eigenen Horizont erweitern."

(mf)