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"Das wohl letzte Geheimnis des Zweiten Weltkriegs": In einem US-Lager arbeiteten deutsche Juden am Sturz Hitlers

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US MILITARY CAMP
In US Militär-Camps sollen deutsche Juden zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges Nazis überwacht und verhört haben. | Archive Holdings Inc. via Getty Images
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  • In US-Lagern planten geflohene Juden den Sturz Adolf Hitlers
  • In diesen Militär-Camps wendeten Juden ungewöhnliche Verhörmethoden bei deutschen Kriegsgefangenen an

Viele Juden flohen zur Zeit des Nationalsozialismusaus Deutschland. Sie setzten ihre Hoffnung auf Amerika, das Land, das man mit Freiheit, Wohlstand und Glück verband.

Dort fanden einige wenige von ihnen eine besondere Aufgabe, mithilfe derer sie sich über ihre einstigen Verfolger, die Nationalsozialisten, erheben konnten. In Militär-Camps bewachten deutsche Juden nationalsozialistische Soldaten aus Deutschland.

In den ganzen USA befanden sich mehrere Arbeiter-Camps, in den Nazis gefangen gehalten wurden. Darunter auch zwei Lager, in denen Verhöre und Abhörmethoden durchgeführt wurden.

Deutsche Juden sollten beim Sturz Adolf Hitlers helfen

Die jüdischen Wächter wurden in US-Lagern eingestellt, um deutschen Kriegsgefangenen Informationen zu entlocken. Dieses Wissen sollte Amerikanern bei der Bekämpfung des NS-Regimes und dem Sturz des Reichskanzlers Adolf Hitlers helfen.

In einem Dossier der Wochenzeitung “Die Zeit“ wurde über diese Militärcamps als “das vielleicht letzte Geheimnis des Zweiten Weltkriegs“ berichtet.

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Wanzen und Schach brachten wichtige Informationen

In den Gefangenenlagern verhörten sie die Mörder ihrer eigenen Familien. Wer dabei an brutale Verhör- und Foltermethoden denkt, liegt allerdings falsch. In den Camps wurden ganz andere Strategien eingesetzt, um die Kriegsgefangenen zum Reden zu bringen.

Mehr oder weniger bewusst gaben die Kriegsgefangenen ihr Wissen preis. Laut der "Zeit“ spielten die Juden mit den Nazis sogar Schach und gingen mit ihnen Shoppen. Da sie in Verhören meist weniger erfolgreich waren, setzten sie Wanzen ein, um die Gefangenen bei Gesprächen zu belauschen.

Gibt es Beweise für die Existenz der Abhör-Camps?

Einen Beweis für diese Camps lieferte die US-Bürgerin Karen Duffin. In einem Interview mit der amerikanischen Radio-Sendung “The American Life“ spricht sie von Arbeits- und Abhörlager, die zur Zeit des Nationalsozialismus in den USA errichtet wurden. Eines davon in der Nähe des Bauernhofs ihres Vaters.

Durch Zufall erfuhr sie von dieser Tatsache. Karens Vater erwähnte in einem Gespräch ganz nebenbei eine Geschichte aus seiner Kindheit, die sie aufhorchen ließ. Er erzählte ihr von Nazis, die als Kriegsgefangenen bei der Kartoffellese auf dem Hof seiner Eltern in Idaho halfen.

Damit war Karens Neugierde geweckt. Sie überprüfte die Aussagen ihres Vaters und sammelte hunderte Dokumente aus dieser Zeit, die diese Verhöre von Kriegsgefangenen bewiesen.

Wurde mit Nazi-Gefangenen zu weich umgegangen?

Eines dieser Dokumente stammte aus den “U.S. National Archives“ und trägt den Titel “POW Coddling Report“. Die Regierung ist mit diesem Bericht Gerüchten nachgegangen, dass Kriegsgefangene zu sehr verhätschelt würden.

Darin heißt es: “Das Komitee für militärische Angelegenheiten hat Ermittler in 25 Camps mit Kriegsgefangenen in den USA geschickt, aber keinen Beweis dafür gefunden, dass Gefangene zu sanft behandelt wurden.“

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Filed by Sabrina Litz