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Studie: Jeder sechste Unternehmer in Deutschland hat einen Migrationshintergrund

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Laut einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hat jeder sechste Unternehmer in Deutschland einen Migrationshintergrund. | alvarez via Getty Images
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  • Unter Migranten in Deutschland herrscht ein "Gründungsboom"
  • Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde
  • Demnach hat jeder sechste Unternehmer in Deutschland einen Migrationshintergrund

Migranten spielen in Deutschland eine immer wichtigere Rolle bei der Neugründung von Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird und die dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" bereits vorab vor lag.

Die Autoren der Studie sehen demnach einen regelrechten "Gründungsboom" unter Migranten. 2015 habe es 100.000 Unternehmensneugründungen von Personen mit Migrationshintergrund gegeben und 127.000 von Personen mit deutschen Wurzeln.

Selbstständige mit Migrationshintergrund erreichten somit im vergangen Jahr einen Anteil von 44 Prozent von allen Neugründungen in Deutschland. Im Jahr 2003 soll dieser Anteil noch bei 13 Prozent gelegen haben.

Anzahl der Selbstständigen mit ausländischen Wurzeln deutlich gestiegen

Wie das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" berichtet, hat es laut der Studie besonders im Baugewerbe und im Bereich von wissens- und technologieintensiver Dienstleistungen einen großen Anstieg der Gründungsaktivitäten von Migranten gegeben

Die Zahl der Selbstständigen mit ausländischen Wurzeln ist demnach im Jahr 2015 auf insgesamt 737.000 gestiegen – Das entspricht einem Wachstum um 30 Prozent innerhalb von 10 Jahren.

Mehr zum Thema: EU-Studie: Zuwanderer der zweiten Generation sind erfolgreicher als Einheimische

Gleichzeitig sei die Anzahl der Selbstständigen mit deutscher Abstammung um drei Prozent gesunken.

"Durch diese Veränderung ist mittlerweile jede fünfte bis sechste unternehmerisch engagierte Person ausländischer Herkunft", zitiert das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" aus der Studie.

Dementsprechend schaffen Unternehmer mit ausländischen Wurzeln auch mehr und mehr Jobs.

Laut einer Studie der Bertelsmannstiftung, die im August vorgestellt wurde, ist die Zahl der Arbeitsplätze, die durch Selbstständige mit Migrationshintergrund geschaffen wurden, zwischen 2005 und 2014 um mehr als ein Drittel gestiegen – von 947.000 auf 1,3 Millionen Stellen.

Gabriel: "Wir brauchen in Deutschland mehr Gründerinnen und Gründer"

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigte sich erfreut über die Ergebnisse der Studie. "Wir brauchen in Deutschland mehr Gründerinnen und Gründer", sagte er gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

"Umso mehr freut es mich, dass Gründerinnen und Gründer mit ausländischen Wurzeln weiter am Ball bleiben und einen immer wichtigeren Platz in unserer Gründungslandschaft einnehmen“, so Gabriel.

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(ks)