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Militär-Experte warnt: So gefährlich sind Putins Waffen für Europa

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PUTIN MILITARY
Militär-Experte warnt: Was Putin heimlich im Norden von Polen errichtet, könnte Europa zum Verhängnis werden | ALEXEI DRUZHININ via Getty Images
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In Europa, insbesondere im Baltikum und den russischen Anrainerstaaten, wächst die Angst vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das liegt zum einen am Wahlsieg Donald Trumps in den USA, der viele Beobachter an der Zukunft des Nato-Verteidigungsbündnisses zweifeln lässt und zum anderen an Putins massiver Verlegung von Waffen in die russische Enklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen.

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In der "Bild“ warnt der polnische Militärexperte Marek Swierczynski vom Warschauer Think-Tank Polityka vor Putins Waffenarsenal.

Es handle sich dabei um ballistische Raketen und Flugkörper, die auch nuklear bestückt werden können. Zudem habe die russische Regierung ein Flugabwehrsystem des Typs S-400 und ein Land-Schiff-Raketensystem in Kaliningrad stationiert.

Putin errichtete eine Sperrzone gegen die Nato

"Diese drei Komponenten zusammen ergeben eine in Militärkreisen gefürchtete 'A2/AD-Blase‘“, erklärt Swierczynski.

Dabei handelt es sich um eine militärisch errichtete Sperrzone, mit der Russland feindliche Schiffe und Flugzeuge davon abhalten kann, weite Teile Osteuropas zu erreichen. Der polnische Militärexperte glaubt, Putins Waffen hätten eine Reichweite von 500 Kilometern.

Brisant: Im Falle eines Angriffs Russlands - etwa in Lettland - könnte Putin Nato-Flugzeuge und Schiffe davon abhalten, zu intervenieren. Immer mehr Experten warnen vor der Gefahr einer russischen Annexion der baltischen Staaten.

Swierczynski sagte: "Diese Marschflugkörper und ballistischen Raketen sind ganz klar Offensivwaffen. Die Russen demonstrieren hier, dass sie im Fall einer Krise zahlreiche Möglichkeiten haben, um der Nato zu schaden.“

Swierczynski: "Das Drohpotenzial ist riesig"

Das Drohpotenzial, das Putin aufbaue, sei "riesig“, warnte der Experte in der "Bild“. Es sei an der Zeit, auch Polen mit einem ähnlichen System aufzurüsten.

Spätestens seit dem Nato-Gipfel in Warschau im Juli 2016 wird der imaginäre Graben zwischen Russland und dem Westen tiefer. Die russische Annexion der Halbinsel Krim 2014 hat Ängste in Osteuropa geschürt.

In Warschau beschloss die Nato, je 1000 Soldaten in den baltischen Ex-Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen zu stationieren. Auch Deutschland führt ein Bataillon an.

Für Moskau überschreitet der Westen mit der Aufrüstung Osteuropas eine rote Linie. "Die Nato ist ein aggressiver Block", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Auch in der Militärdoktrin von 2014 wird die Allianz als Gegner eingestuft. Tausende Soldaten will Moskau als Reaktion an seine Westflanke verlegen. Im Mai hatte die Regierung angekündigt, drei neue Divisionen zu je 10 000 Mann zu schaffen.

Mit Material der dpa.

(vr)