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Studie zeigt, wie sich Migranten von der deutschen Gesellschaft abkapseln

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IMMIGRANT
Migranten-Milieus entwickeln sich in Deutschland zunehmend auseinander | Mohammed Salem / Reuters
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  • Die Lebenswelten der Migranten in Deutschland unterscheiden sich sehr stark, wie in einer aktuellen Studie ermittelt wurde
  • Migranten mit niedrigem Bildungsniveau lehnen einen Einstieg in die Gesellschaft teilweise ab
  • Auch Einwanderer mit höherem sozialen Status kapseln sich zunehmend ab

Die Lebenswelten von Migranten in Deutschland driften immer weiter auseinander. Einige Einwanderer und deren Kinder fühlen sich heimisch in unserem Land. Andere hingegen kapseln sich ab, ziehen sich immer mehr zurück, lehnen westliche Werte ab - und bleiben unter sich.

So lautet das pessimistische Fazit einer Studie des VHW Bundesverbands für Wohnen und Stadtentwicklung über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

"Die Migrantenmilieus entwickeln sich auseinander"


"Die Migrantenmilieus entwickeln sich auseinander", sagt Bernd Hallenberg, Stellvertreter des VHW-Vorstands der "FAZ".

Die überraschende Erkenntnis: „Die Abgrenzung zu Deutschland greift auch in Schichten mit höherer Bildung um sich“, sagt Hallenberg. Viele fühlen sich der Herkunftskultur stärker zugehörig, halten an heimatlichen Traditionen fest.

Die Migranten „kapseln sich ethnisch, sozial oder räumlich ab“ und entwickeln Vorbehalte gegenüber dem westlichen Lebensstil, so das Ergebnis der Studie.

Gleichzeitig kritisieren die Befragten die Politik von Kanzlerin Angela Merkel. Viele von ihnen sind der Meinung, dass durch die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland das Zusammenleben schwieriger wird und die Akzeptanz einer vielfältigen, multikulturellen Gesellschaft abnimmt: "Viele Migranten stimmen mit der Aufnahme der geflüchteten Menschen nicht überein", sagt Hallenberg.

Im Klartext heißt das: Selbst viele Einwanderer kritisieren Merkels Flüchtlingspolitik.

Migranten ziehen sich in die eigene ethnische Enklave zurück


Stärker als früher ziehen sich Migranten daher in die eigene ethnische Enklave zurück.

Entstanden ist die Studie in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Sinus Markt- und Sozialforschung wurden für den ersten Teil der Untersuchung in drei Stichproben erwachsene Menschen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Sprachen befragt: zunächst 80 Personen, die bis Ende 2014 nach Deutschland gekommen sind, dann in einer gesonderten Gruppe 40 Personen, die von 2008 bis 2014 einwanderten, und schließlich 40 Flüchtlinge, die von 2015 an hierher kamen.


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(ca, sma)