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Erfreulicher Rekord: Auf Kopenhagens Straßen gibt es mehr Fahrräder als Autos

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BICYCLE COPENHAGEN
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Fahrradfahrer in Kopenhagen um weitere 15 Prozent gestiegen. | ASSOCIATED PRESS
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  • Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Fahrradfahrer in Kopenhagen um weitere 15 Prozent gestiegen
  • Zum ersten Mal gibt es damit in Kopenhagen mehr Fahrräder als Autos im täglichen Stadtverkehr

In Kopenhagen sind die Autofahrer nun offiziell in der Unterzahl. Schon lange hat die Stadt den Ruf als eine der Fahrradhauptstädte Europas. Nun haben die Fahrradfahrer in der dänischen Hauptstadt aber einen neuen Rekord gebrochen und die Autofahrer zahlenmäßig überholt.

Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, haben 20 elektronische Sensoren die Anzahl der Fahrradfahrer im täglichen Stadtverkehr gemessen. Mit 265.700 gezählten Fahrrädern haben diese gegenüber 252.600 gezählten Autos die Oberhand gewonnen.

Die Zahl der Fahrräder im täglichen Stadtverkehr sei damit innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gestiegen, während die Anzahl der Autos auf Kopenhagens Straßen gleichzeitig um einen Prozent gesunken ist.

Kopenhagen hat sich noch höhere Ziele gesetzt

"Die Menschen merken, dass das Fahrrad die schnellste Variante ist, um in der Stadt von A nach B zu kommen", erklärte Kopenhagens Umweltbürgermeister Morten Kabell gegenüber der britischen Zeitung.

Die Dänische Regierung investierte in den vergangenen Jahren stark in die Fahrradinfrastruktur und schaffte auf den Straßen Kopenhagens deutlich mehr Platz für Fahrradfahrer.

Mehr zum Thema: Exklusiv: Grünen-Politiker Janecek will rote Ampeln für Radler freigeben

Die Stadt hat sich aber noch höhere Ziele gesetzt. Kabell sagte gegenüber dem "Guardian", dass das Zentrum Kopenhagens innerhalb eines Jahrzehnts autofrei sein könnte. Ziel sei es außerdem, dass im Jahr 2025 50 Prozent des Pendelverkehrs im Großraum Kopenhagen mit dem Rad zurückgelegt wird – aktuell liege der Anteil bei 41 Prozent.

Weiterer Ausbau der Infrastruktur geplant

Da erwartet wird, dass die Bevölkerung Kopenhagens innerhalb der nächsten Jahre weiter wächst, sieht Karbell die Herausforderung der Stadt vor allem darin, die Infrastruktur entsprechend auszubauen, um mit der wachsenden Bewohnerzahl Schritt zu halten.

Neben einer Erweiterung der Metro sei deshalb auch ein weiterer Ausbau von Fahrradwegen geplant.

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Wie der "Guardian" weiter berichtet, wurden die Bürger Kopenhagens im vergangenen Monat dazu aufgerufen, auf einer Online-Karte deutlich zu machen, wo es in der Stadt noch einen Ausbau von Fahrradwegen braucht. Anhand dieser Daten soll dann bestimmt werden, wo in den nächsten Jahren die Infrastruktur weiter verbessert wird.

Können auch andere Städte das schaffen?

Amsterdam konnte schon ähnliche Erfolge feiern wie Kopenhagen. Laut dem Online-Portal "iamsterdam.com" nutzen rund 63 Prozent der Einwohner der niederländischen Hauptstadt täglich das Fahrrad. Im Zentrum der Stadt macht das Fahrrad 48 Prozent des Verkehrs aus.

Aber können auch andere Städte Europas diesem Beispiel folgen? Kabell meint ja. "Das liegt nicht an unseren Genen", sagte der Umweltbürgermeister Kopenhagens gegenüber dem "Guardian". "Was wir der Welt gezeigt haben ist: wenn man eine geschützte Infrastruktur zur Verfügung stellt, fangen die Menschen an Fahrrad zu fahren."

Es sei deshalb auch nicht damit getan, einfach Autos zu verbieten. Vielmehr müsse man Alternativen schaffen. "Man muss den Menschen Möglichkeiten geben und dann langsam den Platz für die Autos wegnehmen und ihn den Fahrrädern geben."

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(ks)