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Hat Jan Böhmermann das Patentrezept gegen Facebook-Hetzer gefunden?

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Macht aus Hetzern im Handumdrehen Gutmenschen: Jan Böhmermann

Humor und Satire sind sicherlich Geschmackssache. Mit seiner zynischen Art polarisiert und provoziert Jan Böhmermann (35) nur zu gerne. Die einen lieben ihn dafür, die anderen finden ihn albern, hassen ihn teilweise sogar. Natürlich entlädt sich der Ärger vieler Leute über Facebook. Doch einige gehen dabei entschieden zu weit, wie diese Facebook-Direkt-Nachricht beweist, die der Satiriker als Screenshot auf seinem Profil veröffentlicht hat. Der wütende Mann schreibt - unter Missachtung aller grammatikalischen Regeln - dass Böhmermann in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden solle, er "überflüssig", "hirnlos" und ein "Arschloch" sei. Böhmermann habe seinen "Beruf verfehlt". Mit den Worten "einfach peinlich und hirnlos" endet die Nachricht.

Der Auslöser für diese und ähnliche Beleidigungen, die Böhmermann zurzeit lesen muss, ist eine Folge seiner Sendung "Neo Magazin Royale". In einem Beitrag mit dem Titel "Was die sehr gute Partei AfD schon alles für Deutschland geleistet hat" prangerte der 35-Jährige die bisherige Arbeit der Alternative für Deutschland an. Damit geriet er offenbar ins Visier etlicher Partei-Sympathisanten und Facebook-Hetzer.

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Böhmermann wehrt sich

Doch anstatt die Nachricht zu ignorieren, schlug Böhmermann zurück: "Achtung, Hater! Ab sofort wird bei Beleidigungen und Bedrohungen das Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur eingeschaltet!" Doch natürlich existiert diese Behörde nicht, sie ist ein reines Fantasieprodukt Böhmermanns. In mehreren Nachrichten schreibt er dem Hetzer unter dem Namen eines erfundenen Sachbearbeiters namens "Reckweg" und droht ihm mit Konsequenzen. Da heißt es: "Wir werden Ihren Arbeitgeber informieren" oder "Wenn Sie weiterhin Ihre Mitmenschen bei Facebook beleidigen, könnte dies straf- und disziplinarrechtliche Konsequenzen (z.B. Haft, Geldstrafe, Entzug der Interneterlaubnis) nach sich ziehen."

Auf einmal bekommt es der wütende Mann mit der Angst zu tun. Er behauptet sogar, dass er diese Nachrichten gar nicht geschrieben habe, es sei "sein Kumpel" gewesen. Böhmermann bohrt daraufhin weiter, fordert den User auf, die Personalien desjenigen weiterzugeben, der die Nachrichten angeblich verfasst haben soll. Als das nicht geschieht, legt Böhmermann noch einen drauf. Dem Hetzer, offenbar Fan von Borussia Dortmund, teilt er mit: "Eine Weiterleitung Ihrer personenbezogenen Daten zur Sicherheitsüberprüfung an das Sicherheitsmanagement der Borussia Dortmund GmbH erfolgt nach Abschluss."

Plötzlich ganz reumütig

Ein drohendes Stadionverbot scheint zu weit zu gehen und der Hetzer wird plötzlich ganz kleinlaut: "Ich habe mich immer korrekt verhalten. Vorm und im Stadion. Deutschlandweit." Böhmermann schlägt vor, der Mann müsse eine "temporäre Erstaufnahme von Flüchtlingen oder soziale Arbeit bei der Pflege von älteren Menschen" leisten. Und siehe da, der Hater wird plötzlich zum Gutmensch. Er schreibt: "Ich wäre natürlich dazu bereit damit das schnell aus der Welt geschafft wird." Nur zu Hause könne und wolle er niemanden aufnehmen. Ob man so alle Facebook-Hater handzahm machen kann?