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Erdogan: "In Europa sind wir nicht Gast, sondern Gastgeber"

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ERDOGAN
Recep Tayyip Erdogan | ASSOCIATED PRESS
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  • Der türkische Präsident Erdogan warnt die EU vor einer Ausgrenzung seines Landes
  • Zugleich sei die Türkei bereit für eine Vollmitgliedschaft

Es ist eine Hass-Liebe zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Erst hatte das EU-Parlament empfohlen, die Beitrittsgespräche mit der Türkei auf Eis zu legen. Daraufhin drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit, Flüchtlinge ungehindert nach Europa reisen zu lassen.

Nun schlug der türkische Staatschef wieder versöhnlichere Töne an: "Wir sind seit mehr als 650 Jahren ohne Unterbrechung mit unserem Staat, unserer Kultur und unserer Zivilisation in Europa präsent und werden auch weiterhin präsent sein", sagte Erdogan am Donnerstag in Ankara.

Damit unterstrich er seine Bereitschaft zum EU-Beitritt. Die Türkei sei bereit, "gleich morgen Vollmitglied in der Europäischen Union zu werden", so Erdogan vor Ortsvorstehern in seinem Palast.

Warnung vor einer Ausgrenzung der Türkei

Zugleich warnte er die EU vor einer Ausgrenzung seines Landes. Angesichts von fünf Millionen Türken in EU-Ländern hätten weder die EU-Institutionen noch die Mitgliedstaaten die Macht, die Türkei auszugrenzen. "In Europa sind wir nicht Gast, sondern Gastgeber."

Voraussetzung für den Beitritt seines Landes sei aber, dass die EU "die sinnlose Feindschaft und Doppelmoral gegenüber unserem Land" ablege. Wenn die EU auf die Türkei zugehe, "dann werden sicherlich auch wir unseren guten Willen zeigen. Aber die Zeit der einseitigen Schritte ist nun vorbei."

Der Präsident warf der EU vor, Visumfreiheit "zwar versprochen, aber absichtlich nicht gehalten" zu haben. Er warnte, die EU laufe Gefahr, "der rassistischen Krankheit" zu verfallen.

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(ks)