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"Mad Dog": Trump macht pensionierten General Mattis zum Verteidigungsminister

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JAMES MATTIS
U.S. Marine Corps General James Mattis (L) and Navy Admiral William McRaven (R) testify at the Senate Armed Services Committee in Washington March 5, 2013 in regard to the Defense Authorization Request for fiscal year 2014. REUTERS/Gary Cameron (UNITED STATES - Tags: MILITARY POLITICS) | Gary Cameron / Reuters
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  • Donald Trump will einen Ex-General zum Verteidigungsminister machen
  • James Mattis hat viel militärische, aber wenig diplomatische Erfahrung
  • Seine direkten Worte haben ihm den Spitznamen "Mad Dog" eingebracht

Mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis (66) hat sich Donald Trump allem Anschein nach für ein Schlachtross als Verteidigungsminister entschieden - einen kriegserprobten Kämpfer mit hoher Intelligenz, aber wenig diplomatischer Politur.

Wie Trump ist der einstige Marineinfanterist Mattis äußerst direkt. Mehr als einmal hat er mit seinen markigen Sprüchen Kritik geerntet. Nicht umsonst trug er im Militär den Spitznamen "Mad Dog" (verrückter Hund).

Mattis gab sich dem Militärdienst völlig hin

Aber Mattis hatte noch einen zweiten Spitznamen: "Warrier Monk" (Krieger-Mönch) - in Anerkennung seiner völligen Hingabe zum Militärdienst. Daneben habe es kaum Zeit für das persönliche Leben gegeben, sagen Begleiter. Vielleicht ist Mattis auch deshalb bis heute Junggeselle.

Seine 44-jährige Militärkarriere ist blendend, sie hat ihm über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt eingetragen. Seine Marines verehrten Mattis, weil er sich stets für sie einsetzte, lieber die Nächte draußen mit ihnen an den Kampflinien verbrachte als in seinem Feldbett.

Viel Kriegserfahrungen, wenig Diplomatieerfahrung

Mattis verfügt über intensive Kriegserfahrungen. Er war Bataillonskommandeur im ersten Golfkrieg, befehligte eine Einsatztruppe in Afghanistan und von 2002 bis 2004 - im Zuge der Irak-Invasion - die 1. US-Marineinfanteriedivision.

Nach weiteren Führungsposten, etwa beim US Joint Forces Command und dem Allied Command Transformation der Nato, nominierte ihn Präsident Barack Obama 2010 als Chef des strategisch überaus wichtigen US-Zentralkommandos.

"Macht unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen"

Den Posten hatte Mattis bis 2013 inne. In dieser Zeit und danach entwickelte er sich zu einem immer lautstärkeren Kritiker von Obamas Strategien im Irak, in Afghanistan und im Krieg gegen den Terror. Mattis ist auch ein ausgesprochener Gegner des Atomdeals mit dem Iran. Er hält Obama für schwach.

Zu Mattis' umstrittenen Äußerungen zählt diese aus dem Jahr 2005 vor Marines: "Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen seit fünf Jahren verprügeln, weil sie sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen."

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(mf)