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5er BMW - ein bayerisches Erfolgsmodell

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Seit 44 Jahren im Programm: Der 5er BMW

Geht es um Modellzyklen, ticken die Uhren der Autohersteller meist im Siebenjahrestakt. Selbst wenn sich ein Modell immer noch blendend verkauft, der Nachfolger ist fest eingeplant. So ergeht es derzeit dem BMW Fünfer. Die Business-Limousine ist weltweit äußerst begehrt, fährt im Segment deutlich vor der Mercedes E-Klasse und dem Audi A6. Damit dies möglichst so bleibt, schicken die Bayern nun die mittlerweile 7. Generation der seit 44 Jahren bestehenden Baureihe an den Start.

Die Limousine ist von der ersten bis zur letzten Schraube komplett neu konstruiert. Der Betrachter muss dennoch zweimal hinschauen. Das evolutionär fortgeschriebene Design - bei Porsche gehört das zur Firmen-Philosophie - soll zum einem die traditionelle Käuferschaft nicht verprellen, und zum anderen den Vorgänger nicht alt aussehen lassen, was sich wiederum positiv auf die Restwerte auswirkt.

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Nur wenige Zentimeter gewachsen

Zu unterscheiden ist der neue Fünfer am leichtesten an seinen bis zu den Nieren reichenden LED-Scheinwerfern (der Dreier hatte dies vorgemacht). Hinten ragen die Rückleuchten weiter in die Flanke, und die Linie vom Dach zum Kofferraum fließt weicher, fast wie bei einem Coupé.

Mit 4,94 Metern ist der neue Fünfer gegenüber seinem Vorgänger um wenige Zentimeter gewachsen, was in erster Linie den Passagieren im Fond zugutekommt. Das Gepäckabteil erhielt zusätzlichen Raum, stieg auf 530 Liter und lässt sich durch Umklappen der geteilten Rücksitzlehnen großzügig erweitern. Erwähnt sei die üppige Tiefe des Kofferraumes. Besonders Golfspieler werden dies zu schätzen wissen.

Überarbeitetes Cockpit mit Niveau

Im Cockpit gleicht der neue Fünfer (intern F10 genannt) dem Siebener-Modell. Auffällig ist der jetzt frei stehende Bildschirm, was den Designern erlaubte, die Armaturentafel ein wenig abzusenken und flacher zu gestalten. Es verbessert das Raumgefühl. Angehoben dagegen wurden das Niveau der Materialien und deren Verarbeitungsqualität.

Mit der Bedienung dürften Fünfer-Fahrer sofort zurechtkommen. Doch auch Neueinsteiger sollten keine Probleme mit Schalter, Reglern und Tasten haben. BMW hat vieles vereinfacht und übersichtlicher gestaltet. Das gilt besonders für den Touchscreen, dessen große Menü-Felder (Kacheln) sich kinderleicht treffen und sogar verschieben lassen wie die Apps auf einem iPhone. Vom Siebener übernommen wurde auch die Gestensteuerung. Unter anderem reicht ein Kreisen mit dem Zeigefinger in der Luft, schon wird das Radio leiser oder lauter, je nach dem, in welche Richtung der Finger rotiert.

Mehr Agilität, mehr Sportlichkeit

Der Fünfer ist eines der Kernmodelle der Marke BMW und soll den traditionellen Slogan "Aus Freude am Fahren" einmal mehr untermauern. Das Modell bedient sich aus Teilen der neuen Cluster-Architektur CLAR vom Siebener. Die Karosserie wurde steifer und wiegt 100 Kilogramm weniger als zuvor - selbst ohne Verwendung von Karbonelementen wie beim Siebener.

Besonders am Herzen lag Entwicklungschef Klaus Fröhlich die Agilität: "Wir sind hier Klassenbester." Doch sollte Sportlichkeit nicht mit Härte erkauft werden. In der Tat schafft der neue Fünfer hier einen bemerkenswerten Spagat. Ein Kurvenkünstler auf der einen, eine höchst komfortable Reiselimousine auf der anderen Seite. Mehr geht im Business-Segment derzeit nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Entwickler an Verbesserungen herausholen, zumal der Fünfer auch schon vorher zu den Favoriten auf diesem Gebiet zählte.

Ordentliche Motoren für ordentlich Fahrspaß

Zum Fahrspaß gehören natürlich auch die richtigen Motoren. Das Programm sieht Vier-, Sechs- und Achtzylinder-Aggregate vor. Den Einstieg bildet der 520d mit dem 190 PS starken Zweiliter-Diesel. Darüber rangiert der 530d als Sechszylinder mit 265 PS. Beide werden hauptsächlich in Deutschland gekauft. Weniger gefragt bei uns sind dagegen die Benziner. Los geht es hier mit dem 530i. Hinter dieser Nomenklatur steckte früher mal ein seidenweicher Dreiliter-Sechszylinder-Reihenmotor. Heute ist es ein Turbo-Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum und 252 PS. Der Sechszylinder heißt jetzt 540i und hat 340 PS. Das momentane Topmodell hört auf die Bezeichnung M550i xDrive, unter dessen Haube ein V8-Turbo mit strammen 462 PS steckt. Ein M5 folgt 2018.

Fahren konnten wir den 530d. Musst der Kunde nicht unbedingt auf den Preis achten - immerhin kostet das Modell mindestens 54.300 Euro -, sind der Sechszylinder-Diesel in Verbindung mit der serienmäßigen Achtgangautomatik eine wirkliche Traumkombination. Durchzugsstark, laufruhig, geschmeidig und obendrein noch effizient. Den Normverbrauch von nur 4,5 Litern bezeichnet Entwicklungschef Fröhlich erneut als "Benchmark". Selbst wenn es im realen Alltag zwischen sechs und sieben sind, wie unser Bordcomputer anzeigte - in Anbetracht von Leistung und Komfort bleibt das ein Spitzenwert.

Interessant dürfte auch der Plug-in-Hybrid werden, den der Fünfer erstmals erhält. Hier teilen sich die Arbeit ein Vierzylinder-Benziner und ein Elektromotor. Beide zusammen haben 252 PS. Rein elektrisch kann der 530e iPerformance bis zu 50 Kilometer fahren. Mit ihm bietet BMW derzeit sechs Plug-in-Modelle an, mehr als jeder andere Hersteller.

Vernetzter denn je

Mit an der Spitze dürfte sich der neue Fünfer bewegen, was die Vorstufe zum autonomen Fahren angeht. Zwei Knöpfe am Lenkrad gedrückt genügen und die Limousine bewegt sich selbstständig und folgt den Linien der Straße. Nervenschonend ist dies besonders im Kolonnen- und Stop-and-Go-Verkehr. Der Fünfer bremst automatisch, folgt dem Vordermann, hält den Abstand zu ihm, fährt nach dem Stopp von alleine wieder an. Man bräuchte sich eigentlich um nichts zu kümmern. Allerdings: Zumindest eine Hand muss noch leicht das Lenkrad berühren. Auf dem Handy spielen oder Zeitung lesen bleibt verboten.

Die Markteinführung des neuen Fünfers beginnt am 11. Februar. Etwas Geduld erfordert der Kombi. Das Touring-Modell - über 70 Prozent der Deutschen entscheiden sich für ihn - folgt im Sommer. Erstmals zeigen wird BMW den Touring im März auf der Automesse in Genf.

Technische Daten BMW 530d

BMW 530d Motor: 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel, Leistung: 195 kW/265 PS, Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe, Max. Drehmoment: 620 Nm, CO2-Emission: 118 g/km, Beschleunigung (0-100 km/h): 5,7 s, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Länge/Breite/Höhe: 4,94/1,87/1,48 m, Verbrauch: 4,5 l Diesel, Leergewicht: 1715 kg, Kofferraum: 530 l, Preis: ab 54.300 Euro.

Fazit

Plus: Durchzugsstarker Dieselmotor, guter Gesamtkomfort, agiles Fahrverhalten, höchstes Sicherheitsniveau, gutes Platzangebot, modernste Konnektivität. Minus: Bedienung vieler Schalter erfordert Gewöhnung, teils zu kleine Symbole.