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Wegen dieses Matherätsels verlor ein 19-Jähriger eine Niere

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Ein Facebook Streit hatte für einen 19-jährigen böse Folgen | Dado Ruvic / Reuters
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  • Ein Streit auf Facebook endete fast tödlich für einen 19-jährigen
  • Denn bei einem darauffolgenden Treffen soll ein 29-Jähriger mit einem Messer zugestochen zu haben
  • Der Prozess ist jetzt abgeschlossen. Das Urteil wird am Freitag erwartet

Selten war ein Streit auf Facebook so eskaliert. Nach einem hitzigen Disput über ein Mathe-Rätsel stach ein 29-Jähriger mit einem Apfelsinenschälmesser auf seinen 19-jährigen Bekannten ein. In der anderen Hand hielt er noch die Apfelsine.

Am Freitag erwartet der 29-Jährige nun sein Urteil vor dem Gericht Landgericht Schwerin.

Während des Prozesses beteuerte er, dass er die Tat nicht gewollt habe. Dass er gleich zwei Mal auf den Teenager einstach, spricht allerdings laut Anklage dagegen.

Das Opfer musste notoperiert werden und verlor eine Niere. Dem Angeklagten drohen daher bis zu sieben Jahre Haft, wie "Spiegel Online" berichtet.

Alles begann mit einem harmlosen Matherätsel

Ein Freund des Angeklagten postete am 12. April ein Matherätsel: "Die Hälfte meiner Zahl ist die Hälfte von 400." Der Angeklagte und das Opfer fingen an, sich in der Kommentarspalte über die richtige Lösung zu streiten.

Am darauffolgenden Tag postete dann das Opfer ein Foto, das der Angeklagte auf sich bezog. Der Streit der Vortages fuhr da fort, wo er aufgehört hatte.

Zufällig begegneten sich beide wenig später in der Stadt. Der Angeklagte, der gerade eine Apfelsine essen wollte, entschloss sich seinem Widersacher einen "Denkzettel" zu verpassen und stach zu.

Täter gesteht Schuld ein - und entschuldigt sich

"Es tut mir wirklich leid, was da passiert ist", sagte der Angeklagte vor Gericht. Die Mutter des Opfers möchte seine Entschuldigung allerdings nicht akzeptieren.

Auch die Anklage hat Zweifel an der Entschuldigung: der Angeklagte wäre sich bewusst gewesen, dass seine Taten falsch seien, sagte die Staatsanwältin.

Er habe das Messer und seinen Pullover weggeschmissen und die Beiträge auf Facebook gelöscht. Für die Anklage ist dies ein klares Zeichen, dass der Täter tatsächlich bewusst handelte.

Verteidigung plädiert auf "Körperverletzung"

Statt "versuchter Totschlag" sieht die Verteidigung in der Tat lediglich "gefährliche Körperverletzung".

Der Angeklagte habe dem Opfer aus Versehen beim Rückzug einen zweiten Stich zugeführt. Sie schlagen ein Strafmaß auf Bewährung vor, die zwei Jahre Haftstrafe nicht überschreiten.

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(mf)