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Eklat: "Menschenverachtende Satire" im Magazin des Bundespresseballs

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BUNDESPRESSEBALL
Die "Satire" des Bundespresseballs | Screenshot/Twitter
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  • Eine zum Bundespresseball erschienene Satire hat für einen Eklat gesorgt
  • Im Magazin "Almanach" wurde die Flucht Tausender über das Mittelmeer und den Atlantik nach Europa thematisiert
  • Allerdings dermaßen drastisch, dass es selbst einer der Urheber nicht mehr lustig findet

Der Bundespresseball am vergangenen Wochenende war eine eher gediegne Veranstaltung. Im Berlin Hotel "Adlon" gaben sich hohe Politiker und Medienvertreter ein Stelldichein. Das berichtenswerteste war bis dato die Ausladung der AfD-Parteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen.

Doch was Robert Roßmann, der stellvertretende Leiter der Parlamentsredaktion der "Süddeutsche Zeitung", im "Almanach", dem Satire-Magazin des Presseballs entdeckte, konnte er nur noch als "menschenverachtend" bezeichnen.

Auf einer Seite werden verschiedene Schwimmkurse einer angebliche "Bundesbade-Agentur" für Flüchtlinge angeboten. Darunter finden sich beispielsweise ein "Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)" an, "mit Festhalten an Treibgut, Tauchen bei hohem Wellengang, Springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und Kälte".

Noch drastischer: Auf der vermutlich darauffolgenden Doppelseite wird aufgeführt, wo diese Kurse stattfinden: Im Atlantik, im Mittelmeer und in der Ägäis - also genau jene bekannten Fluchtrouten, auf denen Tausende auf ihrem Weg nach Europa ertranken.

Allein im Mittelmeer starben in diesem Jahr bisher über 4200 Menschen - damit gab es so viele Opfer wie noch nie zuvor.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, zeigt sich "fasssungslos" über "so viel Zynismus und Menschenfeindlichkeit".

Die Journalistin Silke Burmester findet: "Der Bundespresseball ist ein Fall für den Presserat."

Eine erstes Statement aus der "Almanach"-Redaktion gab in der Nacht zu Mittwoch der Journalist Jens Peter Paul ab. "Tatsächlich ist das Stück ganz bitter und böse. Es ist anstößig. Es war Gegenstand mehrerer intensiver Diskussionen. Es gefällt mir selbst absolut nicht. Und lustig ist es erst recht nicht. Aber - Überraschung - das soll es auch nicht."

Es sei eine Reaktion auf den deutsch-türkischen Flüchtlings-Deal und den massenhaften Tod von Menschen im Mittelmeer.

Jedes Jahr erhalten alle Gäste ein Exemplar Satire-Magazins "Almanach" - "direkt aus der Feder des deutschen Spitzen-Journalismus", wie es auf der Website des Balls heißt. Weiter heißt es dort, dass im Magazin das politische Geschehen auf die Schippe genommen werde.

In diesem Fall schossen die Macher definitiv über ihr Ziel hinaus.

(Mit Material der dpa)

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(lp)