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Er kam als jüngster Bürgermeister Deutschlands ins Amt - und hat eine Botschaft an alle Politiker

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SCHREIER
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  • Marian Schreier war Deutschlands jüngster Bürgermeister, als vor einem Jahr ins Amt kam
  • Parteien müssen lernen, einen anderen Zugang zu jungen Wählern zu finden, sagt er im Interview

Es ist eine Aufgabe, an der derzeit alle Parteien mehr oder weniger scheitern: Junge Menschen wieder für Politik zu begeistern. Noch knapp ein Jahr, dann ist Bundestagswahl - und bis dahin wollen die Parteistrategen möglichst viele Erstwähler mobilisieren.

Marian Schreier ist das bereits gelungen. Er weiß, wie es gehen kann. Der SPD-Politiker war Deutschlands jüngster Bürgermeister, als er im vergangenen Jahr mit mehr als 70 Prozent der Stimmen in das Rathaus der baden-württembergischen Kleinstadt Tengen gewählt wurde.

Heute ist er 26 Jahre, knapp über der Altersgrenze für dieses Amt. Und er hat eine Botschaft.

"Richtige Ansprache und richtige Ineraktion in den sozialen Medien"

"Sie müssen lernen, einen anderen Zugang zu jungen Wählern zu finden", sagt er im Gespräch mit der Huffington Post. "Dazu gehört die richtige Ansprache und Interaktion in den sozialen Medien."

Eine große Rolle in seinem Wahlkampf habe die Generation unter 30 gespielt. "Ich halte es für ein Klischee, dass sie als politikfern gilt", sagt er. "Viele von ihnen lesen das Regionalblatt nicht – sind aber beispielsweise aktiv auf Facebook", sagt Schreier.

Über das soziale Netzwerk lud er Jugendliche aus Tengen zu einer Diskussionsrunde ein. So wollte er ein Gefühl dafür bekommen, was die Jugend bewegt. Etwa hundert Gäste kamen - und beklagten sich über den Handyempfang, fragten nach der Zukunft des Jugendtreffs und thematisierten die Eintrittspreise des Badesees.

"Natürlich spielte mein Alter eine Rolle"

Dass Schreier sich wegen seines Alters auch selbst hätte einladen können, habe ihm geholfen. "Natürlich spielte mein Alter eine Rolle", sagt er. "Junge Kandidaten kommen mit jungen Wählern einfacher ins Gespräch, weil man die Lebenswelt kennt und Sorgen besser nachvollziehen kann."

Deshalb sei es wichtig, dass in der ersten Reihe der Politik auch junge Menschen vertreten sind. Und genau damit kämpfen die Parteien derzeit. Junge Talente wie Schreier sind in allen Parteien selten.

"Die Jugend kämpft weniger ideologisch als ihre Eltern"

Dass sein Alter auch im Wahlkampf Thema war, stört Schreier nicht. "Kann jemand mit 25 Jahren das Bürgermeisteramt führen? Ich finde die Frage legitim", sagt er. "Wenn man kompetent und mit klaren Ideen auftritt, wird man aber sehr schnell ernstgenommen." Sein Vorgänger ist auch mit 25 Jahren ins Amt gekommen, das habe ihm geholfen.

Er mahnt an, dass die Älteren oft ein falsches Bild von der Jugend hätten. "Die Jugend heute ist anders gesellschaftlich und politisch aktiv als zum Beispiel die 68er-Generation, an der sie oft gemessen wird", sagt er. Sie hätte einen sehr pragmatischen Zugang zu Politik und engagierten sich vor Ort – zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe oder beim Klimaschutz.

"Da wird weniger ideologisch oder dogmatisch gekämpft, wie das vielleicht noch viele ihrer Eltern getan haben."

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(mf)