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Berliner Tram-Fahrer weigert sich, ein Mädchen mit Kopftuch zu befördern

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BERLIN TRAM
(GERMANY OUT) Strassenbahn, Alexanderplatz, Mitte, Berlin, Deutschland (Photo by Schöning/ullstein bild via Getty Images) | ullstein bild via Getty Images
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  • Einem Berliner Tram-Fahrer wird Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen
  • Er wollte niemanden mit Kopftuch befördern, sodass eine 14-jährige Muslima wieder aus seiner Bahn ausstieg

Am Dienstag beschlossen die Niederlande ein Burka-Verbot, dass unter anderem auch für öffentliche Verkehrsmittel gilt. Eventuell sah sich deshalb ein Berliner Straßenbahn-Fahrer motiviert, eine 14-Jährige wegen ihres Kopftuchs nicht zu befördern.

Der Fahrer soll dem Mädchen am Dienstagmittag beim Einsteigen per Lautsprecher gesagt haben, er befördere keine Fahrgäste mit Kopftuch. Er weigerte sich weiterzufahren, solange das Mädchen in der Bahn bleibe.

Andere Fahrgäste hätten ihr nicht geholfen, sodass die 14-Jährige verunsichert der Aufforderung des Fahrers folgte und ausstieg.

Der Vorfall wurde von einer Frau angezeigt, der sich das Mädchen anvertraut hatte.

Imageschaden für Berliner Verkehrbetriebe

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen die Angelegenheit nun prüfen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

"Zurzeit werten wir die Bilder aus den Überwachungskameras der Straßenbahn aus, ob es so einen Szenenablauf gibt", sagte Riezu dem Berliner "Tagesspiegel". "Leider wissen wir nicht, von welcher Straßenbahnlinie die Rede ist. Die Auswertung wird wohl noch bis Donnerstagnachmittag andauern."

Sollte sich die Anschuldigung bewahrheiten, wäre dies laut Polizei ein “fremdenfeindlicher Vorfall”. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes habe die Ermittlungen übernommen.

BVG-Sprecherin Reetz kündigte in diesem Fall an, dass der Fahrer zumindest verwarnt werde. Das Unternehmen wirbt mit dem Slogan "Weil wir dich lieben". Doch offenbar nicht alle Fahrgäste.

Update 01.12.2016: Wie sich herausstellte, hatte sich die Zeugin die Geschichte ausgedacht.

(Mit Material der dpa)

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(mf)