Huffpost Germany

5 Zeichen, dass die jüngere Generation es zu mehr bringen wird, als die Generation davor

Veröffentlicht: Aktualisiert:
YOUNG PEOPLE CITY
Multicultural group of friends using cellphones - Students sitting in a row and typing on the smartphones | oneinchpunch via Getty Images
Drucken

Die Skepsis gegenüber der Jugend ist fast so alt wie die Menschheit selbst.

Schon auf 4000 Jahre alten Tontafeln ist zu lesen: "Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.“

Bullshit!

Denn Studien zeichnen ein völlig anderes Bild. Sie zeigen: In vielen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Fragen haben junge Menschen eine eindeutige Meinung - und sie wollen etwas zum Besseren verändern.

Während die Gesellschaften in Westeuropa sich spalten, glauben junge Deutsche an Zusammenhalt, Toleranz und Europa. Und sie kämpfen im Alltag dafür.

Es ist Zeit einen anderen Blick auf die Jugend zu werfen. Hier sind 5 Zeichen, dass die jüngere Generation es zu mehr bringen wird, als die Generation davor.

1. Junge Menschen glauben an Europa

Es ist eine besorgniserregende Zahl: 45 Prozent der Deutschen wollen dem Beispiel des Brexit folgen, wünschen sich ein EU-Referendum für Deutschland. Nur 40 Prozent sprechen sich eindeutig gegen eine solche Abstimmung aus.

Dabei ist der Staatenbund – ungeachtet aller Probleme, die die bürokratische Konstruktion der EU mit sich bringt – Garant für den innereuropäischen Frieden.

Junge Deutsche haben das verstanden, sie haben Bock auf Europa: 8 von 10 junge Menschen zwischen 18 und 35 sagten in der breit angelegten Studie "Generation What“, sie fühlten sich als Europäer. Nur ein Drittel der Befragten hatte eine ablehnende Haltung gegenüber Europa.

europaer

Das zeigt: Die Jungen werden sich die Errungenschaften Europas nicht kaputt machen lassen.

Mehr zum Thema: Kampf gegen den Brexit: Wie eine junge Deutsche die Engländer zur Vernunft bringen wollte

2. Junge Menschen haben das Potenzial der Globalisierung verstanden

Populistische Kräfte trommeln auf der ganzen Welt gegen die Globalisierung. Der künftige US-Präsident Donald Trump wirbt für eine Politik der Schranken und Mauern, will den Außenhandel stark beschränken.

Dabei bietet die internationale Vernetzung von Menschen, Handels- und Warenströmen und Ideen riesige Chancen.

Dieses Potenzial erkennen die Jüngeren: 71 Prozent der in Deutschland befragten Menschen unter 35 liebäugeln damit, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Jeder dritte deutsche Student sammelt während seines Studiums Erfahrung im Ausland, berichtet der Deutsche Akademische Austauschdienst.

gen

Die Generation, die gerade ins Berufsleben startet, denkt so international, wie keine vor ihr.

Mehr zum Thema: Abiturientin berichtet: Was ich in einem kenianischen Slum über Glück gelernt habe

3. Junge Menschen fordern Toleranz

In Zeiten, in denen Rassismus, Intoleranz, Sexismus und Homophobie auf dem Vormarsch sind, lassen die jungen Menschen in Deutschland auf eine bessere Zukunft hoffen.

So gaben 84 Prozent der für die Studie "Generation What“ Befragten an, ein homosexuelles Pärchen, das auf der Straße Zungenküsse austauscht, störe sie nicht.

Auch gegen verschleierte Frauen auf der Straße oder am Arbeitsplatz haben zwei Drittel der jungen Menschen nichts. Zuwanderung bereichere unsere kulturelle Vielfalt befanden 80 Prozent der Jungen.

Und junge Menschen sind bereit, ihren Ansichten Taten Folgen zu lassen. Zahlreiche junge Menschen gründeten Initiativen für Flüchtlinge, engagierten sich mit tatkräftiger Unterstützung oder mit cleveren Ideen.

Mehr zum Thema: Mit diesem kühnen Plan will ein 20-jähriger Berliner Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten

"Die offene Gesellschaft“, die dieser Tage immer wieder für Tod erklärt wird: Die junge Generation wird für sie kämpfen.

4. Junge Menschen sind technikbegeistert – aber nicht besessen

Junge Menschen verstehen neue Technologien besser als ihre Vorgängergeneration – das ist wenig überraschend.

Damit schafft es die Generation Y aber auch lange herrschende Vorurteile abzubauen. Sie zeigt zum Beispiel: Der Spruch "Frauen und Technik“ hat keinerlei Gültigkeit.

Der renommierte Jugendforscher Klaus Hurrelmann sagt: "Junge Frauen sind heute technikaffiner denn je - und tendenziell besser ausgebildet als junge Männer.“

Das gängige Klischee, die Jugend sei nicht mehr von ihrem Smartphone zu trennen, ist auch nur bedingt gültig. Die Sinus-Jugendstudie 2016 zeigt, dass auch junge Menschen sich Zeit ohne ihr Handy wünschen und gönnen.

Dennoch: Als erste Generation ist die Generation Y inmitten von Technik aufgewachsen. Sie wird bestens gerüstet sein, die digitale Revolution zu meistern.

Mehr zum Thema: Berliner Startup-Gründer hat einen flammenden Appell an die Generation Y

5. Die Jungen sind bereit zu kämpfen

Von wegen lethargisch und faul: Fast neun von zehn Jugendlichen sagen sich "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“.

df

54 Prozent der in der „Generation What“-Studie Befragten findet zudem, im Leben gehe es um "Fressen oder gefressen werden“.

So klingt Kampfbereitschaft.

Die attestiert den jungen Menschen auch der schwedische Forscher Anders Parment. Er ist der Meinung: "Die Generation Y ist leistungsbereiter und ehrgeiziger als ihre Eltern und Großeltern.“

Halten die jungen Menschen an ihren Überzeugungen von heute fest, können wir viel von ihnen erwarten.

Mehr als von den Generationen zuvor.