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Umfrage zeigt: Die Deutschen wollen keine geschlossenen Grenzen

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BORDER REFUGEES
Eine Mehrheit der Deutschen will die Grenzen nicht vor Flüchtlingen verschließen | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Die Deutschen wollen ihre Grenzen nicht vor Flüchtlingen verschließen
  • Das zeigt eine Umfrage der "TNS Infratest Politikforschung"
  • Den aktuellen Kurs der EU sieht eine Mehrheit kritisch

Mehr als drei Viertel der Deutschen sind dagegen, die Grenzen zu schließen, um Flüchtlingen den Weg nach Deutschland zu verwehren. Das geht aus einer Umfrage des Instituts "TNS Infratest Politikforschung" im Auftrag der Körber-Stiftung hervor.

Gleichzeitig sehen viele Deutsche das Engagement der anderen EU-Länder in der Flüchtlingskrise kritisch: 73 Prozent sind der Meinung, Deutschland werde von den anderen EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik im Stich gelassen.

Insgesamt kommt die EU nicht gut weg bei den Deutschen: Knapp zwei Drittel sind unzufrieden mit dem Zustand der Europäischen Union, und fast die Hälfte wollen eine Abstimmung über den Verbleib in der EU.

Mehrheit der Deutschen sieht EU auf falschem Weg

Demnach sehen 62 Prozent aller Befragten die EU nicht auf dem richtigen Weg. Ein Referendum zur EU-Mitgliedschaft Deutschlands wollen 42 Prozent.

67 Prozent sehen den Zusammenhalt der verbleibenden EU-Mitglieder durch die britische Entscheidung für den Austritt geschwächt. 59 Prozent finden, Deutschland sollte seine Führungsrolle in Europa ausbauen. Den steigenden Einfluss europakritischer Bewegungen begrüßen allerdings nur 25 Prozent.

Insgesamt ergeben die Umfragewerte aber ein eher ambivalentes Verhältnis der Deutschen zu Europa. Fast alle Befragten, nämlich 96 Prozent, wünschen sich eine transparentere und bürgernähere EU.

82 Prozent der Deutschen sind gegen EU-Beitritt der Türkei

79 Prozent sehen die EU als Friedensprojekt, 71 Prozent als Wertegemeinschaft. Aber 64 Prozent lehnen eine Erweiterung ab, 82 Prozent sind gegen einen Beitritt der Türkei.

Eher als Deutsche denn als Europäer sehen sich demnach 62 Prozent, für 35 Prozent ist es umgekehrt. In den neuen Bundesländern sehen sich sogar 67 Prozent eher als Deutsche, unter den AfD-Anhängern 82 Prozent.

Die Grünen sind die einzige Partei, deren Anhänger sich eher europäisch als deutsch fühlen, wenn auch nur knapp mit 50 zu 49 Prozent.

Donald Trump verunsichert die Deutschen

Große Verunsicherung unter den Deutschen hat die Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten ausgelöst. Immerhin 30 Prozent sehen die Beziehungen zu den USA als größte Herausforderung für die deutsche Außenpolitik.

Im Oktober, also vor der US-Wahl, waren es nur 7 Prozent. Die Flüchtlingsfrage sehen im November nur noch 28 Prozent als größte Herausforderung. Im Oktober waren es noch 46 Prozent.

Die Umfragen wurden zeitgleich zum Berliner Forum Außenpolitik veröffentlicht. Dort wurden am Dienstag unter anderen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Italiens Außenminister Paolo Gentiloni, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wolfgang Ischinger, der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, erwartet.

Für die repräsentative Umfrage wurden vom 4. bis 15. Oktober 2016 durch "TNS Infratest Politikforschung" 1001 Personen ab 18 Jahren befragt. Einzelne Fragen wurden nach der US-Wahl erneut gestellt.

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Hier geht es zur Umfrage.


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(ks)