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Til Schweiger durfte sein eigenes Interview verbessern - das kam dabei heraus

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TIL SCHWEIGER
Die "Welt am Sonntag" hat ein autorisiertes Interview von Til Schweiger veröffentlicht - samt seiner Kommentare | Fabrizio Bensch / Reuters
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Wie viele Prominente besteht auch Til Schweiger darauf, seine Zitate vor einer Veröffentlichung vorgelegt zu bekommen. Die Journalistin Kathrin Spoerr der "Welt am Sonntag", die ein Porträt über den Schauspieler schrieb, hatte nun eine ungewöhnliche Idee.

Sie ließ Til Schweiger ihren gesamten Artikel zukommen und diesen von ihm redigieren - um dann die von ihm getätigten Anmerkungen gemeinsam mit dem Artikel zu veröffentlichen. Til Schweiger hat tatsächlich einiges beizusteuern - schon beim ersten Satz hakte er ein.

Der Autorin nach erfolgte Schweigers erster “Ausbruch” nach zehn Minuten. Der Schauspieler korrigiert sofort penibel: “Ich dachte der “Ausbruch” ereignete sich erst nach zehn Minuten. :)”

til schweiger

Unterhaltsam sind jedoch nicht nur die Kommentare selbst, sondern auch die verschiedenen Sichtweisen der beiden Gesprächspartner. Während Spoerr befürchtet, Schweiger durch ihre Frage, ob er ein Narzisst sei, nachhaltig vor den Kopf gestoßen zu haben, beruhigt sie dieser: “Als böse habe ich dich nicht wahrgenommen.”

Zudem beantwortet Schweiger mit Hilfe seiner Kommentare freundlich Fragen, die die Journalistin zu stellen vergessen hatte, wie etwa sein Verhältnis zum Alkohol: “Ich trinke sehr sehr gerne guten Wein, manchmal zu viel, dann geht’s mir schlecht, weil ich ihn nicht mehr so gut vertrage, das Alter.

Also trinke ich dann wieder keinen, und dann geht’s mir wieder gut. Eigentlich geht’s mir immer gut, weil ich ein Glückskind bin.“

Schweiger schrieb auch Komplimente in den Text

Lob erntet die Autorin dafür, dass sie weiß, dass Schweiger gerne Schuhe ohne Socken trägt, woher auch der Name seines neuen Restaurants barefood stammt: “Gut recherchiert!”, schreibt er und findet sogar: “Du schreibst sehr gut! Ehrliches Kompliment!”

Über Spoerrs Anmerkung, Til Schweiger wolle das Bild von sich selbst in der Presse mit zeichnen, muss er sich dann aber doch ein bisschen aufregen: “Jaja, der Til will die Pressefreiheit abschaffen! Ich will nur sicherstellen, dass das, was ich gesagt habe, auch genauso gedruckt wird, und dass die Fragen so gedruckt werden, wie sie gestellt wurden.”

"Der Spiegel" würde gerne Interviews "pimpen"

Er erklärt dann auch gleich, warum es ihm wichtig ist, alle direkten oder indirekten Zitate noch einmal selbst zu überprüfen: “Ein beliebtes Stilmittel, gerade beim „Spiegel“. Lieb fragen, loben, ein bisschen bewundern und dann den Tonus der Fragen komplett verändern. Gleichzeitig Sätze wegzulassen und das „Interview“ ein bisschen „pimpen“.”

Deshalb nutzt er auch direkt die Gelegenheit, die seiner Ansicht nach aus der Luft gegriffene Vermutung der Autorin, er könne nicht genügend Liebe bekommen, beiseite zu wischen: “Falsch! Ich kriege so viel Liebe von meinen Eltern, Geschwistern, Kindern und Freunden, dass man sich um mich keine Sorgen zu machen braucht.“


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(ame)