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Hannelore Kraft erntet Spott nach Aussage über SPD-Kanzlerkandidatur

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HANNELORE KRAFT
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft | Mathis Wienand via Getty Images
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  • Hannelore Kraft weiß offenbar, wer SPD-Kanzlerkandidat werden soll
  • Das Netz reagiert mit beißendem Spott
  • In der SPD gibt es zudem Unklarheiten, wie der Kandidat bestimmt wird

Die Entscheidung über den SPD-Kanzlerkandidaten ist gefallen - behauptet jedenfalls Hannelore Kraft.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und SPD-Bundesvize sagte beim "Ständehaus-Treff" der "Rheinischen Post" am Montagabend in Düsseldorf nach einem Bericht der Zeitung: "Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es Ihnen nicht."

Mit dieser Aussage scheint Kraft gehörig ins Fettnäpfchen getreten zu sein. Auf Twitter reagieren User mit Häme und Spott.

Ein User kommentierte: "Heute im Angebot: eine Tüte heiße Luft präsentiert von Hannelore Kraft"

Auch aus anderen Parteien kam Kritik.

Der stellvertretender Bundesvorsitzende der CDU und NRW-CDU-Chef Armin Laschet twitterte: "Wie fördert man Verdrossenheit und Populismus? Frau Kraft, weiß genau, wer SPD-Kanzlerkandidat wird und bis Februar wird Theater gespielt."

FDP-Chef Christian Lindner schrieb: "Hannelore Kraft weiß, wer SPD-Kanzlerkandidat wird? Entweder nur Wichtigtuerei oder #SPD führt Öffentlichkeit an der Nase herum."

Auch viele in der SPD dürften über Kraft Aussage verwundert gewesen sein.

So hatte die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley zuletzt noch die Möglichkeit eines Mitgliederentscheids über die Frage der Kanzlerkandidatur in Spiel gebracht. "Wenn wir mehrere Kandidierende haben, die sich zur Wahl stellen, dann werden wir eine Urwahl durchführen", sagte sie am Montag in Berlin.

Barley meinte mit Blick auf das genannte Trio aus Gabriel, Schulz und Scholz: "Das sind drei Säulen unserer sozialdemokratischen Partei, mit sehr unterschiedlichen Stärken und Schwächen, die aber, glaube ich, auch wesentlich bekannt sind."

Der SPD-Nachwuchs von den Jusos und einzelne Landesverbände befürworten eine Mitgliederbefragung. Das könnte die SPD mobilisieren und der Partei viel Aufmerksamkeit bringen, argumentieren sie.

Kraft hatte sich für Gabriel ausgesprochen

Kraft hatte sich vor zwei Wochen im "Tagesspiegel" bereits für Parteichef Sigmar Gabriel in der K-Frage ausgesprochen. Im Mai nächsten Jahres wird in NRW gewählt.

Kraft, die Regierungschefin in Düsseldorf bleiben will, dringt seit längerem auf eine Entscheidung bei der Kandidatenkür. Sie will Klarheit haben, bevor der Wahlkampf an Rhein und Ruhr richtig losgeht.

Gabriel hat als Vorsitzender das erste Zugriffsrecht. Auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der in die Bundespolitik wechselt, werden Ambitionen auf eine Kandidatur nachgesagt.

Als Dritten im Bunde brachte Gabriel zuletzt den Hamburger Regierungschef Olaf Scholz ins Spiel. "Was ich unfair finde: Die vergessen, dass wir noch einen Dritten im Bunde haben, Olaf Scholz", hatte Gabriel gesagt.

Im Netz geht es spätestens nach der Aussage Hannelore Krafts weniger um den SPD-Gegenkandidaten zu Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern um die Höhe der Niederlage, die die Sozialdemokraten durch das ständige Hick-Hack provozieren.

Mit Material der dpa

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