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Jetzt will sogar Merkel die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beenden

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ANGELA MERKEL
Bundeskanzlerin Angela Merkel | Fabrizio Bensch / Reuters
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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen die Eröffnung weiterer Kapitel bei den Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei ausgesprochen. Damit wären die Verhandlungen de facto beendet.

In der Sitzung der Unionsfraktion empfahl sie am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern, dies auch bei Fragen zum Umgang mit der Türkei im Wahlkreis so zu erklären. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Zuvor hatte Merkel den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgerufen, den Verpflichtungen aus dem Flüchtlingspakt mit der EU nachzukommen. Dieses Abkommen sei von gegenseitigem Interesse, etwa beim Vorgehen gegen Schlepper, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag nach einem Treffen mit dem maltesischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat in Berlin.

Mehr zum Thema: Nach EU-Votum: Erdogan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

Vergangene Woche hatte das Europaparlament der Kommission und den Mitgliedstaaten empfohlen, vorerst nicht weiter mit Ankara über einen EU-Beitritt zu reden. Die Abgeordneten reagierten damit auf die Verhaftungswelle in der Türkei nach dem Putschversuch Mitte Juli.

In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung hatte Erdogan mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakts gedroht. Das im März geschlossene Abkommen sieht unter anderem vor, dass Europa alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann.

Mit Material der dpa

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(ks)