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Immer mehr Krebsfälle in Deutschland - das sind die Gründe

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KREBS
Jedes Jahr bekommen in Deutschland über 480.000 Menschen die bittere Diagnose "Krebs" gestellt | dpa
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  • Immer mehr Deutsche erkranken an Krebs
  • Im Alter steigt das Risiko deutlich an
  • Eine entsprechende Vorsorge könnte helfen, das Krebsrisiko deutlich zu senken

Krebs ist nach Herz- Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland - und weiter auf dem Vormarsch. So ist die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen im Laufe der letzten Jahrzehnte massiv gestiegen. Wie der heute in Berlin vorgestellte „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“ des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts zeigt, haben sich die Krebsfälle seit 1970 fast verdoppelt.

2013 erkrankten etwa 482.500 Menschen an Krebs. Die Begründung klingt schlüssig, da unsere Gesellschaft immer älter wird und das Krebsrisiko bei vielen Krebsarten mit zunehmendem Alter ansteigt. Die Wahrscheinlichkeit, beispielsweise an Prostata-Krebs zu erkranken, liegt bei Männern bis 45 Jahren bei weniger als 0,1 Prozent. Ab dem 65. Lebensjahr steigt das Risiko bereits auf 5,9 Prozent an.

Auch sterben heute insgesamt mehr Menschen an Krebs. Gab es 1980 etwa 193.000 Todesfälle, waren es 2014 etwa 224.000. Rechnet man allerdings den Altersaspekt heraus, so sei bei einigen Krebsarten in den vergangenen Jahren eine positive Trendwende zu beobachten, hieß es weiter. Zugleich leben Krebspatienten aufgrund neuer Therapien länger als früher. Menschen, die an Krebs sterben, werden heute im Schnitt 74 Jahre alt - vier Jahre älter als noch 1980.

Gesunder Lebensstil hat vorbeugende Wirkung

Neben internen Faktoren wie dem Alter und Erbanlagen der Patienten führen Experten das Krebsrisiko auch auf externe Faktoren zurück. Insbesondere der Lebensstil der Menschen beeinflusse die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Für Gebärmutter- oder Lungenkrebs führt das Zentrum für Krebsregisterdaten die externe Risikowahrscheinlichkeit auf über 90 Prozent an.

Rückläufig seien zum Beispiel der Lungenkrebserkrankungen bei Männern; dies hänge mit dem Rückgang des Rauchens zusammen. Die geringeren Raucherquoten bei Frauen und Jugendlichen schlagen sich indes noch nicht in der Krebsstatistik nieder. Alleine in Deutschland könnten jährlich rund 85.000 Krebsfälle auf zu starken Alkoholkonsum und Rauchen zurückzuführen sein.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) setzt daher weiter insbesondere auf Vorbeugung: viele Erkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil verhindern, so Gröhe. Neben Alkohol und Tabak gelten Übergewicht, mangelnde Bewegung und zu starke UV-Strahlung als Risikofaktoren.

Behandlungserfolge bei Krebs variieren

Dagegen steigen die Erkrankungsraten beim Bauchspeicheldrüsenkrebs und bei bösartigen Lebertumoren. Da sich die Behandlungsergebnisse in den vergangenen Jahrzehnten nicht entscheidend verbessert haben, führen die meisten dieser Erkrankungen zum Tode.

Fünf Jahre nach der Einführung des Hautkrebs-Screenings gibt es beim Malignen Melanom, dem gefährlichsten Hautkrebs, zwar einen Anstieg der frühen Stadien. Ein Rückgang der fortgeschrittenen Tumore ist bislang aber nicht erkennbar.

Bei der Brustkrebsfrüherkennung sieht der Bericht einen ersten Hinweis "für einen positiven Effekt": Demnach ist die Rate der entdeckten fortgeschrittenen Tumore bei älteren Frauen heute niedriger als noch vor einigen Jahren.

Die Mammografie ist allerdings umstritten. Kritikern zufolge wird bei einem Teil der Frauen Brustkrebs diagnostiziert, der ohne Früherkennungsuntersuchung nie behandlungsbedürftig geworden wäre.

Der "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland" des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Insitut ist am Dienstag erstmals veröffentlicht worden. Laut Angaben existiert damit erstmals eine Übersicht zu Krankheitsgeschehen, Fortschritten und künftigen Entwicklungen.

Gröhe sieht anhand des Expertenberichts Fortschritte beim Kampf gegen Krebs. "Dank unserer guten Gesundheitsversorgung leben Menschen nach einer Krebsdiagnose heute deutlich länger als vor zehn Jahren", erklärte Gröhe zur Veröffentlichung.

Mit Material der dpa.

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